Erfüllt der Internationale Frauentag einen frauenpolitischen Zweck?

7. März 2002, 19:30
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Christine Bauer-Jelinek (Wirtschaftscoach und Psychotherapeutin): Ja.

Alexander van der Bellen (Parteichef der Grünen): Ja, ich denke schon. Vor allem soll er wohl die öffentliche Aufmerksamkeit auf frauenpolitische Anliegen lenken: einerseits auf die, die schon erreicht wurden, andererseits auf die (leider vielen), die noch der Umsetzung harren.

Frauensolidarität Wien: No na....

FRIDA: Die Aktivitäten von Frauen und Frauenorganisationen füllen diesen Tag mit Inhalt. Die Frauenbewegung nützt diesen Tag, um frauenpolitische Inhalte zu transportieren. Die Demonstration als demokratiepolitisch wichtiges Mittel der Zivilgesellschaft wir eingesetzt, um sich gegenüber der Frauenpolitik der herrschenden Regierung zur Wehr zu setzen. Der Internationale Frauentag macht die tagtägliche, unsichtbare Arbeit von Frauen und Frauenorganiationen sichtbar.

Herbert Haupt (Sozialminister und zuständig für Frauenangelegenheiten): Siehe oben.

Sylvia Hojnik (nowa): Er erfüllt einen frauenpolitischen Zweck. Der Tag ist "historisch". Vieles hat sich verbessert - aber noch immer ist viel zu tun.

Andrea Kuntzl (Bundesgeschäftsführerin der SPÖ): Neben den oben angeführten Funktionen des Frauentags ist ein wesentlicher Aspekt auch das Darstellen der gemeinsamen Interessen. Bei den Frauen in der SPÖ wird das gemeinsam mit den Frauen des ÖGB bis hin zu den Katholischen Frauen die Verankerung der Chancengleichheit in der Verfassung und die Unterstützung des Volksbegehrens Sozialstaat sein.

Milena Verlag: Wohl insbesondere sicherlich dadurch, daß er ein kleines Stück feministische Gegenöffentlichkeit schafft und v.a. im Hinblick auf die Demo sichtbar macht.

Madeleine Petrovic (stellvertretende Klubobfrau der Grünen): Ja, selbstverständlich! Es geht darum, frauenpolitischen Forderungen Nachdruck zu verleihen und die Medienöffentlichkeit dafür zu nutzen. Welche Forderungen im einzelnen das sind, kann je nach Ort und Jahr unterschiedlich sein.

Barbara Prammer (Bundesfrauenvorsitzende der SPÖ): Zweck? Selbstverständlich! Das ist seine Geschichte und das gilt bis heute. Auch wenn Ansätze bemerkbar sind, wird er (noch) nicht mit dem Muttertag verwechselt.

Heide Schmidt (Leiterin des Instituts für eine offene Gesellschaft in Wien): Er erfüllt nicht den Zweck, aber er ist ein aufmerksamkeitserregendes Mittel dazu.

Emmy Werner (Direktorin des Volkstheaters Wien): Natürlich, auch wenn es nur eine kurze Impulsgebung immer wieder sein kann.

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