Schwache Beteiligung an Abstimmung über irisches Abtreibungsrecht

7. März 2002, 06:46
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Nur ein Wahllokal meldet Beteiligung von über 35 Prozent

Dublin - Mit einer offenbar schwachen Beteiligung ist am Mittwochabend der Volksentscheid über eine mögliche Verschärfung des Abtreibungsrechts in Irland zu Ende gegangen. Nach einem Bericht des irischen Fernsehsenders RTE lag die Beteiligung bei 40 bis 45 Prozent. Offizielle Zahlen lagen zunächst nicht vor. Beim letzten Referendum über die Abtreibungsfage vor zehn Jahren hatten sich 68 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. Das Wahlergebnis sollte am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben werden.

Mehrheit der Iren lehnt Abtreibung grundsätzlich ab

Die irische Mitte-Rechts-Regierung will eines der letzten Schlupflöcher im Abtreibungsrecht schließen und Schwangerschaftsabbrüche nun selbst nach einer Vergewaltigung kategorisch verbieten. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem eine bis zu zwölfjährige Freiheitsstrafe für illegale Abtreibungen vor. Auch wenn die Mehrheit der etwa drei Millionen Wahlberechtigten auf der Insel Abtreibungen grundsätzlich ablehnt, sagten Umfragen eine knappe Entscheidung bei der Volksabstimmung über die Verfassungsänderung voraus. Es ist die dritte Abstimmung über die Abtreibungsfrage seit 1983. (APA)

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