Reichhold richtet sich Europa-Sektion ein

5. März 2002, 19:10
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Industrie legt Innovationsstrategie vor

Wien - Die Einrichtung einer eigenen Sektion, die die europapolitischen Kompetenzen seines Ressorts bündelt, kündigte Verkehrs-, Innovations-und Technologieminister Mathias Reichhold an. Damit korrigierte der Regierungsneuling bisherige Entwürfe für eine neue Geschäftseinteilung des Ministeriums, die eine Reduktion auf zwei Sektionen - für Technologie und Infrastruktur - vorsah.

Im Rahmen der Enquete der Industriellenvereinigung zum "Innovationsstandort Österreich" am Montag bekräftigte Reichhold erneut, dass er die Forcierung der außeruniversitären Forschung zu seinem Schwerpunkt machen wolle. Dabei gelte es auch in den Aktivitäten der Länder Schwerpunkte zu bilden. Zu den budgetären Voraussetzungen für seine Pläne blieb Reichhold allerdings vage.

Technologieoffensive droht Finanzierungslücke

Der Vorsitzende des Forschungsrats, Knut Consemüller, hatte zuvor die Notwendigkeit betont, schon im Jahr 2003 - noch nicht liquiditätswirksame - Bindungen für die ab 2004 zugesagten weiteren Technologie-Sondermittel von 508 Mio. Euro (sieben Mrd. S) aussprechen zu können. Sonst drohe der Technologieoffensive in diesem Jahr eine Finanzierungslücke.

Karl Aiginger, Industrieexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts, rückte freilich einmal mehr die Dimensionen zurecht: Soll das Regierungsziel einer Forschungsquote von 2,5 Prozent bis 2005 erreicht werden, bedürfe es weit mehr als die bisher versprochenen Sondermittel. Statt 0,5 Mrd. Euro über drei Jahre müsste ab nun jedes Jahr eine Mrd. Euro mehr in Forschung und Entwicklung fließen, aufsummiert bis 2005 also insgesamt 3,7 Mrd. Euro.

Innovationsstrategie

Die Industriellenvereinigung präsentierte ein Arbeitspapier zur Innovationspolitik, das in sechs Strategiefeldern eine nun anstehende Agenda umreißt: Dazu zählt etwa eine "Headquarter-Strategie" für große Konzerne neben einer Innovationspolitik für Klein-und Mittelbetriebe, die Erleichterung der Anwerbung hoch qualifizierter Wissenschafter aus dem Ausland (auch durch die Verbesserung "weicher" Standortfaktoren wie internationaler Schulplätze oder Jobmöglichkeiten für EhepartnerInnen) sowie die Gründung einer Nationalstiftung für die Forschung. (Johannes Steiner, DER STANDARD, Printausgabe 6.3.2002)

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