Böhler-Uddehom nicht- Voestalpine nur marginal betroffen

6. März 2002, 15:25
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Schätzungen: Exporte um 100 Millionen Dollar aus Österreich

Wien/Linz - Die vom österreichisch-schwedischen Edelstahlhersteller Böhler-Uddeholm gelieferten Qualitäten finden sich nicht auf der Liste der Schutzzölle, die die US-Administration von George W. Bush über Stahlimporte verhängt hat. Böhler-Uddeholm exportiert pro Jahr etwa 20.000 Tonnen Langprodukte in den nordamerikanischen Raum, hauptsächlich Werkzeugstahl und Schnellarbeitsstahl.

Der Vorstandsvorsitzende von Böhler-Uddeholm, Claus Raidl, sagte dazu laut Aussendung: "Wir sind erleichtert, dass wir von dieser protektionistischen Maßnahme nicht betroffen sind und wir wollen in den nächsten Jahren unsere Präsenz in diesem wichtigen Markt noch weiter ausbauen".

Voestalpine: Keine direkten Negativfolgen

Aus Sicht der voestalpine AG sind die von US-Präsident George W. Bush gestern angekündigten Schutzzölle auf Stahlimporte "noch nicht gegessen". Bei voestalpine gehe man davon aus, dass die Zölle nicht im angekündigten Umfang umgesetzt werden, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Wolfgang Eder Mittwoch nachmittag zur APA. Wie bereits gemeldet, ist voestalpine in den USA nur marginal durch Direktlieferungen betroffen, da die meisten Exportqualitäten nicht auf der gestern veröffentlichten Schutzzollliste stehen.

Unmittelbare oder kurzfristige Auswirkungen seien daher für voestalpine nicht gegeben, sagte Eder. Schlimmstenfalls sehe er einen Druck auf die Preise in Europa durch umgeleitete Importe, und möglicherweise eine leichte Verzögerung des sich abzeichnenden Aufschwungs der europäischen Stahlkonjunktur.

Exporte um 100 Millionen Dollar

Die USA importieren in den 16 Stahl-Produktgruppen, welche Gegenstand der Entscheidung des Präsidenten waren, jährlich Produkte um rund zwölf Mrd. Dollar (13,87 Mrd. Euro). Davon kommen Produkte um 2,6 Mrd. Dollar aus der EU, aus Österreich Produkte um rund 100 Mill. Dollar.

Handelsexperten schätzen, dass bei einem Schutzzoll von 30 Prozent rund 75 Prozent der Importe nicht stattfinden würden. Durch diese Nichtimporte, höhere Preise und ein höheres Marktvolumen in den USA soll die US-Stahlindustrie die nötigen Mittel für eine Restrukturierung gewinnen. Die US-Entscheidung, bis zu 30 Prozent Schutzzölle auf Stahlimporte zu erheben, hat nach Expertenansicht die pessimistischen Erwartungen Europas noch übertroffen. (miba, DER STANDARD, Printausgabe 6.3.2002, APA)

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