Alain Baxter mit Nasenspray gedopt

7. März 2002, 15:18
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Benjamin Raich spitzt auf eine Medaille: "Wenn Baxter was Illegales gemacht hat, gehört Bronze mir"

Seit Dienstag darf Benjamin Raich von einer zweiten Olympia-Medaille in Bronze träumen. Durch den positiven Dopingtest beim Olympia-Dritten Alain Baxter kann die Medaille auf Raich übergehen. Noch gibt sich der Tiroler aber diplomatisch. "Wenn Baxter etwas Illegales gemacht hat, dann gehört die Medaille mir. Aber solange nichts entschieden ist, will ich gar nicht viel dazu sagen", meinte er.

Raich verständnislos

Freuen würde sich Raich aber auch über eine Bronzene, die auf dem Grünen Tisch an ihn geht. "Natürlich hätte ich die Medaille lieber im Rennen gemacht, aber da war ich halt zu langsam. Aber eine Medaille wäre es trotzdem - und über so was freut man sich immer", sagte der Pitztaler. Zum Thema Doping meinte er nur: "Ich würde es nicht verstehen, denn meiner Ansicht nach hilft es im Skisport einfach nicht."

Teufelszeug Nasenspray

Langsam kommt auch Licht in die Affäre Baxter. Verantwortlich für den positiven Test soll demnach ein Nasenspray gewesen sein. Baxter, der das Fabrikat in Europa immer benutzte, wenn er verkühlt war, kaufte sich dieselbe Marke in den Staaten, nur sind dort die Ingredenzien andere. Unter anderem soll sich auch die verbotene Substanz Metamphetamin darin befunden haben.

Ähnlicher Fall in Sydney

Einen ähnlichen Fall wie den von Baxter hatte es im Anschluss an die Olympischen Sommerspiele von Sydney gegeben. Das IOC hatte damals dem deutschen Ringer Alexander Leipold nachträglich Gold aberkannt und dem Amerikaner Brandon Slay zugesprochen. Das IOC verlautbarte, dass nun die Prozedur ähnlich dem Leipold-Fall ablaufen wird.

Stimulanz wirkt über Nervensystem

Die bei Baxter festgestellten Methamphetamine sind eine Form von Amphetaminen, darunter fällt auch die Mode-Droge "speed". Solche Stimulanzien wirken über das Nervensystem und gelten als Aufputschmittel. Sie steigern die körperliche Leistung kurzfristig, erhöhen den Energieumsatz und heben die Stimmung. Sie können zu Stresssymptomen, psychischen Störungen, Suchtverhalten, Überbelastung, Erschöpfung und sogar zum Tod führen. (APA/Reuters/SIZ)

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