Sony Ericsson präsentiert die ersten Kinder der Handyehe

5. März 2002, 15:33
posten

Brautpaar setzt mit kommenden Modellen ganz auf bunte Bildchen

Die Technologien haben Handyhersteller mit vielen sperrigen Kürzeln wie GPRS, WAP oder MMS ihren Kunden seit langem einzureden versucht - weitgehend vergeblich. Jetzt wollen sie einen anderen Weg gehen: Den Nutzen durch ansprechende Dienste statt Buchstabensalat zu verkaufen.

Sony Ericsson präsentiert die ersten Kinder der Handyehe

Diesen Weg beschreitet unter anderem das neue Gemeinschaftsunternehmen von Sony und Ericsson, Sony Ericsson, das seit vergangenem Herbst tätig ist und Dienstag bei seiner ersten Vorstellung in Wien die ersten Kinder der Handyehe präsentierte. Auffälligstes Feature aller Telefone, die in den nächsten Monaten nacheinander auf den Markt kommen sollen: Die Fähigkeit, statt kurzer Texte (SMS) kleine Bilder, Tonaufzeichnungen und kurze Videos verschicken zu können. Das reicht vom bereits verfügbaren T68i bis zu späteren "Smartphones", einer Kreuzung zwischen Handy, Kleinbildkamera und Organizer. Steckt man auf das T68i eine Kamera, kann man Schnappschüsse machen und anschließend verschicken - an einen anderen Handybesitzer mit bildfähigem Telefon, E-Mail-Adresse oder einen Website, der zum Fotoalbum etwa einer Urlaubsreise wird.

MMS-Dienste

Dazu gibt es jedoch jetzt, nachdem die ersten Geräte verfügbar sind, noch ein kleines Problem: Handybetreiber bieten die MMS-Dienste (Multimedia Messaging Services) einstweilen noch nicht an, da die Netzaufrüstung erst im Gang ist.

P 800

Technischer Höhepunkt dieser ersten Welle von Bildtelefonen soll, im "dritten Quartal" 2002, das P800 genannte Smartphone sein, in dem die Kamera ebenso integriert ist wie Kalender, Adressen und die anderen von Organizern bekannten Programme. Das Gerät entspricht weitgehend dem von Nokia für den selben Zeitpunkt angekündigten Multitalent 7650.

Sichtbar wird anhand der neuen Produktpalette auch das Versprechen der anderen seit Jahren propagierten Technologie, Bluetooth, zur drahtlosen Verbindung unterschiedlicher Geräte. So können die Handys u.a. mit einer Sony NetCam Videokamera verbunden werden, die dadurch wiederum ihre Aufnahmen direkt versenden oder auf einem Website plazieren kann.

Stolze Ansage

Ihren Erstauftritt verband die österreichische Sony Ericsson Geschäftsführerin Andrea Gaal mit einer stolzen Ansage an den derzeitigen Marktführer, Nokia: In fünf Jahren wolle man die Nummer eins sein, wovon man 2001 noch die Kleinigkeit von 100 Millionen Geräten entfernt war. Wachsende Bedeutung erhalte der "Replacement"- Markt, sagte Gaal, also der Ersatz bestehender Handys durch neue, was bereits 60 Prozent des Verkaufs ausmache. Dabei glaubt das neue Unternehmen ein Ass im Ärmel zu haben, die Konsumenten- und Spieleverbundenheit der Mutter Sony. Spiele am Handy sind eines der neuen Features der Geräte, und über Blue_ tooth sollen mehrere Spieler gemeinsam Abenteuer bewältigen können. Das Spiel kommt natürlich über GPRS, und zahlen sollen die Oldies. Die Rechnung wird noch zu begleichen sein. (spu - Der Standard Printausgabe)

Share if you care.