KirchGruppe will bei Formel 1 am Steuer bleiben

5. März 2002, 15:13
posten

Beteiligung von Investoren wird Mehrheitsverkauf bevorzugt

Die KirchGruppe will das Steuer bei der Formel 1 trotz ihrer Finanzprobleme nicht aus der Hand geben. "Wir bevorzugen die Beteiligung von Investoren, vor allem von Autoherstellern", bekräftigte ein Sprecher der KirchGruppe am Dienstag in München. Auch Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn hatte erklärt, ein Verkauf der Mehrheit an den Formel 1-Rechten wäre für die Gruppe nur die letzte Alternative. Angesichts des Schuldenbergs von 6,5 Milliarden Euro war aber immer wieder spekuliert worden, dass sich Kirch auch von der Formel 1 trennen wird. Nach Einschätzung von Branchenkennern werden die Autohersteller sich auf dem Autosalon in Genf weiter um eine Lösung bemühen.

Fortschritte bei Telecinco

Hingegen kommt die Gruppe beim Verkauf ihrer Beteiligung am spanischen Fernsehsender Telecinco voran. Die Madrider TV- Gesellschaft will von Kirch einen Anteil von 10 Prozent zurückkaufen. Dies bestätigte am Dienstag ein Sprecher von Telecinco in der spanischen Hauptstadt. Danach sollen die Aktionäre des Senders am 20. März auf einer Vollversammlung über den Kauf entscheiden. Es sei zu erwarten, dass die Anteilseigner diesem Plan zustimmten, sagte der Sprecher.

500 Millionen Euro für 25 Prozent

Für ihren 25-prozentigen Anteil an Telecinco will die KirchGruppe früheren Medienberichten zufolge gut 500 Millionen Euro verlangen. Die Gespräche über den Verkauf der Anteile dauern bereits seit einigen Monaten. Durch die Einnahmen könnte die KirchGruppe zumindest einen Teil ihrer Schulden begleichen.

Partnersuche

Auf der Verkaufsliste der KirchGruppe steht die 40-prozentige Beteiligung am Axel Springer Verlag. Die HypoVereinsbank hatte dafür rund 1,1 Milliarden Euro geboten. Für den verlustreichen Bezahlsender Premiere, der als Hauptursache für die finanzielle Schieflage der Gruppe gilt, sucht die KirchGruppe Partner. (APA/dpa)

Share if you care.