Werbung entdeckt die Video-Games

8. März 2002, 17:06
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US-Firmen platzieren ihre Produkte in populären Spielen

US-amerikanische Unternehmen entdecken immer mehr Video- und Computerspiele als Ziel ihres Product Placements. Das gezielte Platzieren von Marken in den virtuellen Welten von Spielen eröffnet neue Möglichkeiten für Werbung und Branding, berichtet die "New York Times". Vor allem Sportspiele sind begehrte Kandidaten. Fußballspiele brauchen Werbeflächen im Hintergrund, Formel 1-Autos müssen mit Sponsorenwerbung übersät sein, Snowboarder und Skateboarder ebenso. Das steigert den Realismus der virtuellen Welt. Aber auch die Interaktion mit Produkten ist möglich. Die Werbung ist somit Teil des Spiels und fällt als solche nicht auf.

Vorreiter Quiksilver

Einer der Pioniere im Bereich des Product Placements in Spielen ist das Nischenunternehmen Quiksilver , das Bekleidung für Extremsportarten herstellt. Zielgruppe sind Teenager und junge Erwachsene, die sich wie ihre Sport-Idole kleiden wollen. Quiksilver sponsert u.a. bekannte Spitzensportler. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seine Werbestrategie durch einen Vertrag mit dem Softwareunternehmen Activision Inc. um den Bereich Games erweitert. Der Kauf der Spiele Tony Hawk`s Pro Skater 3 und Kelly Slater`s Pro Surfer kommt seither dem Erwerb eines virtuellen Quiksilver-Katalogs gleich.

"Duff Beer"

Den Erfolg eines innovativen Placements zeigte das Beispiel der Softwarefirma Electronic Arts, die eine Werbung von "Duff Beer" – einer fiktiven Marke aus der Serie "Die Simpsons" – in dem Baseball-Spiel Triple Play 2000 platzierte. Die kleine Werbung bewegte monatelang diverse Websites und Diskussionsforen.

Im Jahr 2001 erreichten die Einnahmen aus Gamesoftware-Verkäufen laut dem Marktforschungsunternehmen NPD sechs Mrd. Dollar. An den Kinokassen wurden zum Vergleich 8,4 Mrd. Dollar eingenommen. Laut Forrester Research wird Product Placement bis zum Jahr 2005 ein Umsatzvolumen von 705 Mio. Dollar erreichen. (pte)

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