Warnungen vor Feldzug gegen Irak werden lauter

5. März 2002, 15:04
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Britischer Premier Blair sieht sich mit Protesten aus der eigenen Partei konfrontiert - Ägyptens Mubarak mahnt zu Zurückhaltung

London - Die Warnung vor einem Angriff auf den Irak im Kampf gegen den Terrorismus werden immer lauter. 39 Abgeordnete aus der eigenen Labour Party riefen den britischen Premierminister Tony Blair dazu auf, den USA nicht in einen möglichen Feldzug gegen den Irak zu folgen. Vielmehr solle Großbritannien seinen Einfluss im Irak nutzen, um eine Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren zu erreichen, empfahlen die Parlamentarier in einer am Dienstag unterzeichneten Erklärung.

Sechs Abgeordnete der oppositionellen britischen Konservativen unterzeichneten dagegen eine Erklärung, in der ein möglicher Angriff gegen den Irak begrüßt und Blair aufgefordert wurde, seine Unterstützung für einen solchen Schritt deutlich zu machen. Blair hatte während des Commonwealth-Gipfels in Australien erklärt, der Irak versuche, Massenvernichtungswaffen anzuhäufen. Er werde deshalb in den kommenden Wochen nach Washington reisen und mit Bush über das Vorgehen gegen den Irak reden.

Mubarak warnte unterdessen die USA vor seinem Treffen mit Präsident Bush am Dienstag (MEZ) eindringlich davor, in ihrem Feldzug gegen den Terrorismus auch den Irak anzugreifen. "Wir müssen da sehr, sehr vorsichtig sein", sagte Mubarak in einem Interview mit der "Washington Post" (Dienstag-Ausgabe). Jeder Angriff auf den Irak, bei dem es zivile Opfer gebe, werde die ohnehin schon wacklige Position der USA in der öffentlichen Meinung der arabischen Länder weiter ins Wanken bringen.(APA/AP)

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