Gebeine aus früherem Innsbrucker Stadtfriedhof werden neu bestattet

5. März 2002, 13:35
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Durch die Ausgrabungen könne ein "sehr repräsentativer Querschnitt der damaligen Bevölkerung" gezogen werden

Innsbruck - Die im Zuge von Bauarbeiten zur neuen Tiefgarage am Adolf Pichler Platz zum Vorschein gekommenen Gebeine aus mehreren Gräbern werden am Mittwoch am Ostfriedhof in Pradl eingesegnet und bestattet. Die Knochenfunde stammen vom ehemaligen Stadtfriedhof, der sich dort befunden hatte. Wissenschafter hatten in den vergangenen Monaten die Funde dokumentiert und wissenschaftlich untersucht.

Durch die Ausgrabungen könne ein "sehr repräsentativer Querschnitt der damaligen Bevölkerung" gezogen werden, hatten Archäologen erklärt. Auf Grund der engen Abstände der Toten könne man auf eine "hohe Zahl der Bestattungen" schließen. Anhand der bisher gefundenen Skelette habe unter anderem die Körpergröße (die Durchschnittsgröße betrug etwa 1,65 Meter) sowie paläopathologische Befunde wie etwa Hüft- und Kniearthrosen, degenerative Veränderungen der Wirbelsäule sowie versteifte Rund- und Buckelrücken nachgewiesen werden können.

Der ehemalige städtische Friedhof entwickelte sich spätestens seit dem 14. Jahrhundert, zunächst als Spitalfriedhof, ab 1509 als Stadtfriedhof. Historischen Quellen zufolge war der heutige Adolf-Pichler-Platz seit 1744 Friedhof. Die von den Baumaßnahmen betroffene Fläche beträgt rund 1.500 Quadratmeter. (APA)

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