"Weniger wäre mehr" - Tipps einer Trainerin

5. März 2002, 13:30
posten

Auch AMS-BeraterInnen bräuchten fachliche Hilfe

Wien - "Niemand, der komplett neu einsteigt, kann in zwei Wochen eine Programmiersprache lernen. Statt acht Module in zwei Wochen sollten es nur drei sein." Christine Halda, selbstständige EDV-Trainerin und Coach, findet die vom Arbeitsmarktservice (AMS) gebotenen ITK-Kurse vom Programm her okay, nur das Lerntempo sei oft zu schnell.

Das Klientel der AMS-Kurse sei sehr unterschiedlich zusammengesetzt, "von Akademikern bis zu nicht so qualifizierten Menschen". Man müsse die Leute dort abholen, wo sie stehen.

Selbstwertgefühl im Frauenkurs aufbauen

Wichtig seien auch speziell geschulte Trainer und Trainerinnen, die neben fachlicher Kompetenz auch über didaktisches und methodisches Können verfügen. Sie selber lege etwa größten Wert darauf, das Selbstwertgefühl der Arbeitssuchenden aufzubauen.

Gute Erfahrungen hat Halda mit spezifischen Frauenkursen gemacht. "Da genieren sie sich weniger und unterstützen einander mehr", betont die EDV-Trainerin, die bei AQUA, einem Ausbildungszentrum für Frauen, gerade Web-Programmiererinnen coacht.

Dass Kursqualität kostet, sei klar. Halda: "Wer aber die Basis gut beherrscht, hat auch das Rüstzeug, sich später weiterzubilden. Wer immer nur mitschwimmt, wird sich später schwer tun."

Beraterinnen unterstützen

Verbessert werden könnten die Ergebnisse durch Übungsmöglichkeiten außerhalb der Kurszeiten, denn die wenigsten haben zu Hause einen Computer stehen.

Anzusetzen wäre auch bei den AMS-BeraterInnen. Diese müssten fachlich unterstützt werden, da das Berufsbild der ITK-Branche unübersichtlich sei. "Eine Clearingstelle wäre gut", findet die EDV-Expertin. (lyn/DER STANDARD, Printausgabe 05.03.2002)

Share if you care.