Bartenstein: "Stabilisierungszeichen"

5. März 2002, 12:08
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Alle Berufs- und Altersgruppen von Arbeitslosigkeit betroffen - Steigende Beschäftigungschancen von Frauen

Wien - Nachdem die Talsohle der internationalen Konjunktur durchschritten worden sein dürfte, zeigen sich nun auch in der Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit erste Stabilisierungszeichen, hieß es am Dienstag aus dem Wirtschafts- und Arbeitsministerium zu den eben vom Arbeitsmarktservice (AMS) veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Februar.

Die konjunkturbedingt verhaltene gesamtwirtschaftliche Nachfrage verhindert zur Zeit zwar noch eine Beschäftigungsexpansion, die Zahl der unselbstständig Beschäftigten lag Ende Februar allerdings mit 3,084.006 (-665 oder -0,02 Prozent) kaum mehr unter dem Wert des Vorjahres. Im Vergleich dazu lag der Beschäftigungsrückgang im Jänner noch bei 6.400, so das Arbeitsministerium von Martin Bartenstein.

Anhaltend steigende Beschäftigungschancen von Frauen

Gleichzeitig führe der fortgesetzt expandierende Dienstleistungssektor zu anhaltend steigenden Beschäftigungschancen von Frauen. So lag Ende Februar 2002 die Zahl der unselbstständig beschäftigten Frauen mit 1,407.484 um 14.619 (+1,0 Prozent) über dem Wert des Vorjahres, während jene der Männer um 15.284 (-1,0 Prozent auf 1,676.522) rückläufig war.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit entfiel zum überwiegenden Teil auf Inländer (+30.179 Personen bzw. +14,5 Prozent), jedoch stieg die Ausländerarbeitslosigkeit mit plus 8.508 (+21,0 Prozent) auf 48.937 weiterhin überdurchschnittlich. Geschlechtsspezifisch differenziert zeigt sich zur Zeit ein nahezu gleichlaufender Trend. Die Arbeitslosigkeit der Männer lag im Februar um 24.507 oder 15,1 Prozent über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres, der Bestand an vorgemerkten Frauen hat um 14.180 bzw. 16,4 Prozent zugenommen.

Alle Berufs- und Altersgruppen von Arbeitslosigkeit betroffen

Auch im Februar waren alle Alters- und Berufsgruppen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosigkeit der 15- bis 18-jährigen Jugendlichen nahm Ende Februar mit +12,9 Prozent bzw. +541 auf 4.741 geringer zu als die Gesamtarbeitslosigkeit. Dagegen stieg der Bestand der vorgemerkten 19- bis 24-Jährigen mit +6.577 (+21,9 Prozent) auf 39.599 weiterhin überdurchschnittlich.

Die Zahl der (sofort verfügbaren) Lehrstellensuchenden lag Ende Februar mit 3.555 um 643 (+22,1 Prozent) über dem Vorjahr. Der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen blieb mit 2.732 (-23; -0,8 Prozent) beinahe unverändert. Die Lehrstellenandrangsziffer beträgt in der Folge 1,3 (Februar 2001: 1,1), die Lehrstellenlücke ist gegenüber dem Vorjahreswert um 666 auf 823 angestiegen.

Altersarbeitslosigkeit höher

Mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit der über 50-Jährigen um +14,9 Prozent (+7.400 auf 57.003) lag die Entwicklung in dieser Gruppe noch knapp unter dem Gesamttrend. Allerdings stand dem nach wie vor unterdurchschnittlichen Anstieg der 50- bis 54-Jährigen (+2.514; +8,6 Prozent) ein Zuwachs bei den 55- bis 59-Jährigen von +17,5 Prozent (+3.182) und bei den über 60-Jährigen von +73,3 Prozent bzw. +1.704 gegenüber. Letzterer ist zum Großteil auf demographische Faktoren sowie die geänderten Zugangsbestimmungen in die vorzeitige Alterspension und den entsprechenden Begleitmaßnahmen im Arbeitslosenversicherungsgesetz zurückzuführen.

Der in den Vormonaten besonders auffällige Anstieg der Bauarbeitslosigkeit hat sich im Februar 2002 mit +6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (+4.629 auf 81.348) weiter abgeflacht. Allerdings gilt, wie bereits im Vormonat, dass es sich zum Großteil um einen Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit handeln dürfte, der sich ohne die bereits gesetzten bzw. geplanten Maßnahmen auch nach dem endgültigen Saisonbeginn kaum abbauen dürfte. Der Sachgüterbereich leidet weiterhin an der Konjunkturschwäche der Haupthandelspartner. Die Arbeitslosigkeit stieg in diesem Bereich um +8.180 (+20,2 Prozent) überdurchschnittlich stark an. (APA)

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