Immer weniger Studenten können ohne Nebenjob studieren

6. März 2002, 09:17
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Statistik Austria: Erwerbstätigkeit verlängert Studium um zwei Semester

Wien - Immer weniger Studierende können ohne Nebenjob ein Vollzeitstudium betreiben. Konnte sich im Studienjahr 1990/91 noch jeder dritte Student (34 Prozent) voll dem Studium widmen, waren es im Studienjahr 1999/2000 nur noch 17 Prozent. Dagegen ist der Anteil der regelmäßig Erwerbstätigen von 26 Prozent auf 34 Prozent und der Anteil der gelegentlich Erwerbstätigen von 40 auf 48 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Befragung von Statistik Austria unter den insgesamt 112.763 Absolventen hervor, die im Beobachtungszeitraum (1990/91-1999/2000) ihr Studium an einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Universität abgeschlossen haben.

Von den befragten Absolventen waren 14 Prozent mehr als drei Jahre während des Studiums regelmäßig halb- bis ganztägig beschäftigt, acht Prozent weniger als halbtägig. Über zehn Prozent waren ein bis drei Jahre erwerbstätig, davon über die Hälfte halbtägig und mehr. Insgesamt übten fast 40 Prozent aller Absolventen zumindest gelegentlich einen Job aus, jeder Zweite davon klassische Ferialjobs. Nur ein Viertel aller Absolventen der 90er-Jahre waren Vollzeitstudierende.

Besonders geringe Anteile an Vollzeitstudenten gab es an der Universität für Bodenkultur, der Wirtschaftsuni Wien und den Technischen Universitäten Wien und Graz. Mehr Hörer konnten sich dagegen an der Veterinärmedizinischen Universität, den Universitäten Graz und Innsbruck voll dem Studium widmen. Frauen waren Statistik Austria zufolge geringfügig seltener erwerbstätig als Männer. Und an den Kunstunis gaben wesentlich weniger Absolventen an, nebenbei zu arbeiten, als an den wissenschaftlichen Unis.

Deutlich zu Tage trat bei der Befragung der Zusammenhang zwischen Erwerbstätigkeit und Studiendauer. Ein Student ist bis zu zwei Semester länger an der Uni, wenn er nebenbei auch arbeiten muss. Während Vollzeitstudenten an den wissenschaftlichen Unis bis zum Erstabschluss 13 Semester benötigen, sind es bei regelmäßig Erwerbstätigen 15 Semester.

Insgesamt hat sich laut Statistik Austria die durchschnittliche Studiendauer kaum verändert. Seit 1990 stieg sie von 13,7 auf 14,1 Semester im Studienjahr 1997/98 und ging dann wieder auf 13,4 Semester im Studienjahr 1999/2000 zurück. (APA)

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