Eskalation der Gewalt in Nahost

5. März 2002, 11:45
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Jerusalem/Gaza - Bei Selbstmordattentaten und militärischen Vergeltungsangriffen wurden in den vergangenen zwei Wochen 150 Menschen getötet, etwa zwei Drittel davon waren Palästinenser. Im folgenden eine Chronik der Ereignisse:

18. Februar 2002 - Bei einem Selbstmordattentat auf eine Straßensperre zwischen Jerusalem und dem Jordantal werden zwei Menschen getötet. Ein verdächtiger Wagen wird an der Straßensperre angehalten, daraufhin zündet der Fahrer den Sprengsatz und jagt sich selbst und einen Polizisten in die Luft. Bei einem zweiten Anschlag im Gazastreifen schießt ein Palästinenser zunächst auf ein mit Israelis besetztes Auto. Drei Israelis kommen ums Leben. Anschließend sprengt der Attentäter sich in die Luft. Später versuchen zwei Palästinenser, in eine jüdische Siedlung in Gaza einzudringen. Soldaten erschießen einen der beiden Männer.

19. Februar - Bei einem Überfall der palästinensischen Al-Aksa-Brigaden auf einen Armeeposten westlich von Ramallah werden sechs israelische Soldaten getötet. Bei weiteren Zwischenfällen kommen neun Palästinenser, darunter ein Selbstmordattentäter, ums Leben.

20. Februar - Bei Vergeltungsangriffen der israelischen Streitkräfte im Gazastreifen und Westjordanland werden 18 Palästinenser getötet. Unter anderem wird die Residenz des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat in Gaza beschossen.

21. Februar - Neun Palästinenser werden bei Zwischenfällen mit der israelischen Armee getötet.

25. Februar - Ein Palästinenser feuert nahe eines Armeestützpunkts in dem Viertel Newe Jaakow am nördlichen Stadtrand Jerusalems auf Wartende an einer Bushaltestelle. Ein Polizist wird getötet, acht Menschen erleiden Verletzungen.

27. Februar - Eine Palästinenserin sprengt sich an einer israelischen Straßensperre im Westjordanland in die Luft. Zwei israelische Polizisten und zwei Palästinenser werden dabei schwer verletzt.

28. Februar - In einer groß angelegten Militäraktion stürmen israelische Truppen zwei palästinensische Flüchtlingslager im Gaza-Streifen und im Westjordanland. In heftigen Gefechten werden zwölf Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet sowie fast 100 Palästinenser verletzt.

1. März - Die israelischen Streitkräfte dringen weiter in die angegriffenen palästinensischen Flüchtlingslager bei Jenin und Nablus vor. Dabei werden sechs Palästinenser getötet, darunter ein zehnjähriges Mädchen.

2. März - Bei dem Selbstmordattentat im orthodoxen Stadtviertel Mea Shearim werden neben dem Attentäter neun Israelis getötet, darunter ein einjähriges Kind.

3. März - Ein Anhänger der Al-Aksa-Miliz greift einen israelischen Straßenkontrollposten nahe der jüdischen Siedlung Ofra im Westjordanland an. Dabei kommen zehn Israelis ums Leben. Im Gaza-Streifen wird eine israelische Patrouille beschossen. Ein Soldat wird getötet, drei weitere erleiden Verletzungen.

4. März - Panzer rücken erneut in zwei Flüchtlingslager im Westjordanland und im Gaza-Streifen ein. Bei den Gefechten kommen insgesamt neun Palästinenser und ein Zivilist ums Leben. Beim Beschuss des Wagens eines palästinensischen Extremisten sterben in Ramallah dessen Ehefrau und drei Kinder. In einem zweiten Fahrzeug kommen ein vierjähriges Kind und ein 16-Jähriger ums Leben.

5. März - Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus im Norden von Israel werden zwei Menschen getötet und weitere elf verletzt. In einem Restaurant in Tel Aviv schießt ein Palästinenser um sich und tötete drei Israelis. (APA/AP)

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