KaZaA: Morpheus hat Lizenzgebühr nicht bezahlt

5. März 2002, 11:50
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Zentraler FastTrack-Shutdown möglich

Die Betreiber der Tauschbörse Morpheus haben ihre Lizenzgebühren für die Basistechnologie FastTrack nicht bezahlt. Das teilte das Gründerunternehmen KaZaA in einer ersten Stellungnahme seit dem kurzfristigen Shutdown von Morpheus in der vergangenen Woche mit. Wie das Portal Cnet berichtet, habe Morpheus laut KaZaA die im Lizenzvertrag vereinbarten Gebühren nicht bezahlt, weshalb die neue Version 1.5 von FastTrack nicht geliefert wurde. Das habe letztendlich zum Shutdown von Morpheus geführt.

StreamChast-Chef Steven Griffin hat in der vergangenen Woche Diskrepanzen bezüglich verschiedener Lizenzvereinbarungen eingeräumt. Ein großangelegter Shutdown des Morpheus-Netzwerks sei aber gegen die Vertragsvereinbarungen mit KaZaA. In jedem Fall bestätigen die Ereignisse jedoch die Möglichkeit, FastTrack- Systeme zentral bzw. über die Basissoftware lahm zu legen.

Noch nicht ausgereift

Die neue Morpheus Preview Edition, die auf der "Open-Source"-Technologie Gnutella basiert, kommt seit ihrer Präsentation am Freitag vergangener Woche laut Cnet-Download.com bereits auf über acht Millionen Downloads. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die neue Software den Ansprüchen der bisherigen Morpheus-User als neuer File-Swapping-Service genügt. Die Tauschbörsen-Community ist aufgrund ihrer Erfahrungen mit Napster sehr flexibel. Die User sind gewöhnt, in kurzer Zeit neue Alternativen zu finden, um weiterhin ihre Files austauschen zu können. StreamCast, der Betreiber von Morpheus, ist bemüht festzuhalten, die Preview Edition sei vor dem Hintergrund des Systemausfalls voreilig präsentiert worden. Eine ausgereiftere Version werde rasch folgen.

Technologie

Die Gnutella-Technologie ist völlig dezentralisiert. Ein Computer sendet seine Suchanfragen nicht an einen Zentralrechner, sondern an einen anderen Computer im Netzwerk. Bei steigender Userzahl kommt es – verursacht vor allem durch langsame Modems – zu Datenstaus. Diese Schwäche sei aber durch neuere Gnutella-Clients wie LimeWire und BearShare teilweise behoben. (pte/red)

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