PC-Spiel gegen das "Rauschsaufen" von Schweizer Jugendlichen

5. März 2002, 11:56
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Moorhuhn-Macher Phenomedia startet Präventionsspiel "Spacebar"

Ab 6. März wird das Präventionsspiel "Spacebar" des Moorhuhn-Machers Phenomedia im Rahmen der Anti-Alkohol-Kampagne des Schweizer Bundesamts für Gesundheit (BAG) kostenlos zum Download erhältich sein. Das Spiel soll auf die neugestaltete Webseite alles-im-griff.ch hinweisen, die über den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol informiert. Die jetzt ins vierte Jahr gehende Kampagne "Alles im Griff?" wird vom BAG getragen, für das die Phenomedia AG bereits den Virenshooter "Catch The Sperm" als spielerisches Aufklärungsinstrument zur Anti-Aids-Kampagne entwickelt hat. Weiterer Partner der Aktion ist die Schweizer Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme.

"Mit Spielen Sensibilität wecken und Aufmerksamkeit für schwierige Themen schaffen"

Für Markus Scheer, den Vorstandsvorsitzenden der Phenomedia AG, ist "Spacebar" ein überzeugendes Beispiel dafür, wie mit Computerspielen ernsthafte Aufklärung spielerisch und wirksam zugleich erreicht werden kann: "Es geht darum, in einer für viele Menschen wirklich existentiellen Frage Hilfe anbieten zu können. Wir wissen aus der Erfahrung mit "Catch The Sperm" aber auch mit der gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und für Demokratie und Toleranz konzipierten "Dunkle-Schatten-Serie" des Berliner Bundesministerium des Innern, dass wir mit Spielen Bewusstsein nicht über Nacht ändern, aber Sensibilität wecken und Aufmerksamkeit für schwierige Themen schaffen können."

Schweizerische Nüchternheit

Als beispielhaft würdigte Scheer die Nüchternheit, mit der in der Schweiz gesellschaftliche Fragestellungen aufgenommen und Hilfestellungen entwickelt und umgesetzt werden. Während Kampagnen in anderen Ländern vielfach darunter litten, dass mit Blick auf undurchsichtige gesellschaftliche Interessen eher Feigenblätter als Lösungsansätze gewählt würden, biete die klare Ansprache der Schweizer Behörde gerade Jugendlichen eine wertvolle Orientierung. Scheer unterstrich die Möglichkeiten, mit Computerspielen konsequent Zielgruppen zu erreichen. Daran ändere auch nichts, dass solche Spiele in den Medien möglicherweise weniger Beachtung fänden als Spiele mit dem Moorhuhn oder mit Sven.

Zum Spiel:

Genussvolles und dabei in jedem Fall kontrolliertes Trinken könnte die Atmosphäre der mit seltsamen Gestalten bevölkerten intergalaktischen "Spacebar" bestimmen, wären da nicht die Robot-Barkeeper. Die Riesengläser, die sie immer mal wieder dem Spieler oder der Spielerin des PC-Spiels rüberschieben, verursachen schlimmste Sehstörungen und erschweren das Zielen - so als ob der Schütze zu heftig ins Glas geschaut hätte. Ansonsten sind gesunde Objekte wie Äpfel und gesellschaftlich tolerierte Alkoholmengen gleichermaßen Punktelieferanten. Natürlich gibt es jede Menge Geheimnisse um die Robots, den einsam am Fenster vorbeitreibenden Astronauten, das Raumschiff oder die wie Pegasus geflügelt davon schwebende Kuh - die (fast) unauffällig auf das Sponsoring des Spiels durch die Schweizer Milchproduzenten hinweist.(red)

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