Ford in Europa wieder profitabel

5. März 2002, 10:25
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Neuer "Fusion" in Genf präsentiert

Genf - Nach der Rückkehr in die Gewinnzone in Europa will der Autokonzern Ford hier im laufenden Jahr trotz einer düsteren Branchenprognose profitabel bleiben. Europa habe dem Gesamtkonzern vorgemacht, wie die Wende zu schaffen sei, so Ford-Chef Bill Ford am Dienstag auf dem Automobilsalon in Genf. Mittlerweile sei aber auch die gesamte Gruppe nach dem Milliardeneinbußen im Vorjahr wieder auf gutem Weg, als Ford ein radikales Sparprogramm angekündigt hatte. Wichtiger ist nach Einschätzung des Konzernchefs aber: "Um in unserem Geschäft erfolgreich zu sein, muss man großartige Autos bauen." Ford-Manager Wolfgang Reitzle sagte, das von ihm verantwortete Ford-Luxussegment werde auch 2002 unbeeindruckt von der Flaute wachsen.

In Europa verspricht sich der Konzern viel vom neuen "Fusion", der in Genf erstmals präsentiert wurde. Der Viertürer wurde auf Fiesta-Basis entwickelt und soll als "Urban Activity Vehicle" vor allem junge Familien ansprechen. Das Auto wird in Europa ab Herbst verkauft, Ziel ist nach Angaben eines Sprechers ein Absatz von etwa 120.000 Stück im Jahr. Nach Einschätzung von Ford eröffnet der "Fusion" ein völlig neues Kleinwagen-Segment.

"2002 wird nicht leicht"

Für die Branche ist Ford eher pessimistisch. "2002 wird nicht leicht", so Europa-Chef David Thursfield. Der Gesamtmarkt in Europa werde weiter auf 16,9 Mill. verkaufte Fahrzeuge sinken. Noch immer gebe es Überkapazitäten. Da aber Ford selbst die Kapazitäten schon deutlich reduziert habe und fast eine Milliarde Dollar (1,160 Mrd. Euro) Kosten einsparen wolle, solle Ford-Europa profitabel bleiben.

Angesichts der Flaute im Massensegment kommt nach Einschätzung von Bill Ford der Luxusgruppe PAG eine Schlüsselrolle zu, zu der u.a. Jaguar und Aston Martin gehören. Reitzle sagte, es gebe keinen Grund, die Planungen wegen der schwachen Konjunktur zu reduzieren. Im Premium-Segment gebe es für Ford noch immer ein riesiges Wachstumspotenzial. Freilich spüre derzeit vor allem Lincoln die US-Autokrise. Auch dies solle sich aber mit neuen Modellen ändern.(APA/dpa)

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