Mischung mit Stil

15. März 2002, 11:51
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Jim Jundt, Selfmade-Millionär und einer der renommiertesten US-Fondsmanager, setzt auf Aktien und Hedge-Fonds

James R. Jundt ist Chairman und CEO von Jundt Associates und verwaltet für Vienna Portfolio Management den Absolute Plus US Growth Fund. Er zählt zu den renommiertesten US-Fondsmanagern und wurde etwa 1999 von der angesehenen Zeitschrift „Barron´s“ zu den besten fünf aus 100 US-Fondsmanagern gewählt. Der Selfmade-Millionär und bekennende Football-Fan hat schon einiges an der Börse erlebt: „Als ich 1964 begann, stand der Dow bei 856 Punkten. 1982, am Anfang meiner Selbstständigkeit, lag er nur einen Punkt höher. Kein Ertrag über 18 Jahre!“ Er sucht, neben dem Fokus auf das Umsatzwachstum, nach Firmen, die die Art und Weise wie Menschen arbeiten, leben oder sich erholen, verändern. „Als wir uns 1982 mit Bill Gates zu einem Kaffee trafen, merkte man sofort dass er anders war.“, beschreibt er etwa eine seiner profitabelsten Investition in Microsoft.

e-fundresearch: Jim Jundt, Sie sind der Fondsmanager des Absolute Plus US Growth Fund. Ihr Fonds ist eine Mischung aus Aktienfonds und Hedge Fonds. Wie viel Performance generieren Sie aus der reinen Hedging bzw. Investing-Tätigkeit?

Jim Jundt: Die Performance-Attribution hängt sehr stark vom Marktumfeld ab. In den letzten 2 Jahren haben wir durch Hedging das meiste verdient und zwar indem wir den Nasdaq 100 oder den S&P 500 short gegangen sind. In einem normalen Marktumfeld generieren wir aber etwa 80-90% aus der Auswahl von Aktien.

e-fundresearch: Wie wichtig sind makroökonomische Trends in Ihrer täglichen Arbeit?

Jim Jundt: In normalen Börsenzeiten ist das Stockpicking der Erfolgsfaktor. In den letzten 2 Jahren war es aber darüber hinaus sehr wichtig das ganze makroökonomische Umfeld zu beachten.

Hedge Fonds und der 11. September

e-fundresearch: Sie managen auch pure Hedge Fonds. Welche Rolle spielten Hedge Fonds in den Tagen vor dem 11.September?

Jim Jundt: Es gab da diese Spekulationen, speziell in Europa, dass einige Hedge Fonds von diesem Ereignis vorab informiert worden sind. Die SEC und weitere Regierungsstellen in den USA haben das aber sehr genau untersucht und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass es zumindest in den USA keine Vorab-Informationen gab.

e-fundresearch: Welche zukünftigen Trends sehen Sie in den USA und welche Unternehmen werden davon profitieren?

Jim Jundt: Die größten Chancen sollte die Biotechnologie, also z.B. Amgen, haben. Ein weiterer interessanter Bereich ist die Kabelindustrie, durch Video-on-Demand z.B - hier haben wir in Comcast und Charter Communications investiert. Software gilt für mich weiters auch als ein zukunftsträchtiger Sektor.

e-fundresearch: Am Schluss noch eine persönlichere Frage: Wie abhängig ist Jundt Associates von Ihrer Person? Ich denke hier etwa an einen Langfrist-Investor wenn Sie in Pension gehen.

Jim Jundt: Ich habe das Management der Firma schon an die jüngere Generation übergeben, also Personalentscheidungen, juristische Probleme und Marketing. Aber ich bin noch ziemlich jung und plane bis zu meinem Tod zu arbeiten. Ich finde die Arbeit intellektuell sehr ansprechend, ich liebe was ich tue und deswegen werde ich wenn ich noch 10-15 Jahre lebe solange auch Geld verwalten.

(e-fundresearch)

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