Morgenröte in Asien aber Dunkelheit in Japan

5. März 2002, 10:10
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Baring Manager von Japan schwer enttäuscht, sieht aber Chancen in Korea.

e-fundresearch: Axel Maier, Sie sind Vorstand der Baring Asset Management in Frankfurt. Bezüglich Ihres neu gewonnenen Mandates, der 3 Banken Asia Stock Mix, würde mich interessieren, welche Investmentdriver Sie derzeit in Asien sehen?

Axel Maier: "Die wichtigsten Investmenttreiber sind sicherlich die Umstrukturierung in China. Dort findet aktuell ein Paradigmenwechsel statt - aber auch in Korea können wir ähnliche Entwicklungen beobachten."

e-fundresearch: Asien ist historisch gesehen billig, das aber dafür schon seit Ende 1999.

Axel Maier: "Im Jahr 1998/99 haben andere Märkte auch noch sehr gut performt. Die Anleger an den entwickelten Märkten hatten also keine Anreiz in die asiatischen Märkte zu gehen. Der Schritt in eine andere Region bzw. Währung zu gehen war damals nicht besonders reizvoll. Seit damals hat aber eine wirklich nachhaltige Verbesserung der Managementqualität und Liquidität stattgefunden. Jetzt kommt eben beides zusammen: schlechte Performance der entwickelten Märkte und eine weitergehenden Verbesserung der Parameter in Asien."

Globalisierung des Denkens in Korea

e-fundresearch: Wie sieht es aktuell in Korea aus? Viele meinen, dass dort die „earnings visibility“ und die Managementqualität mangelhaft seien. Ihre drittgrößte Position ist aber mit 18% Gewichtung Korea.

Axel Maier: "Auch in Korea muss man unterscheiden. Der Markt dort hat sich sehr stark gewandelt und es gibt aktuell ein „Neues Korea“ und ein „Altes Korea“. Was sich im „Neuen Korea“ bemerkbar macht ist etwa die Ausbildung: Viele Unternehmen schicken Ihre Mitarbeiter hiezu ins Ausland, meistens in die USA, um ihnen dort etwa den MBA zu zahlen. Eine Globalisierung des Denkens findet also statt. Man muss in Korea deswegen sehr selektiv vorgehen, d.h. Stockpicking betreiben, und darauf achten nicht das „Alte Korea“ zu kaufen."

e-fundresearch: Was sind Ihre größten Positionen?

Axel Maier: "Wir halten z.B. China Mobile, Denway Motors, Taiwan Semiconductors, Kookmin Bank und Samsung Electronics."

e-fundresearch: In Japan sind Sie zu 20% investiert, also maximal untergewichtet. Was wird sich dort in nächster Zeit tun und wie geht es mit dem Yen weiter?

Axel Maier: "Wir denken nicht, dass sich dort viel tut. Der Ministerpräsident Koizumi hat viele Vorschusslorbeeren erhalten und die Chance gehabt Reformen durchzuführen. Dies hat er aber nicht gemacht. Deswegen gehen wir nicht davon aus, dass dieser Markt in Zukunft gut performen wird. Der Yen wird auch ein großes Problem bleiben, da der Export für Japan ein sehr wichtiger Faktor ist. Wenn man in Japan investiert, dann also nur um im Yen zu spekulieren – egal in welche Richtung. Aber auf der Aktienseite sehen wir sehr wenig Potential."

(e-fundresearch.com)

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