Prozess gegen Karl Kralowetz in Luxemburg eröffnet

5. März 2002, 21:41
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Luxemburg zieht Konsequenzen

Brüssel/Luxemburg - In Esch sur Alzette (Luxemburg) hat am Dienstag ein Prozess gegen den österreichischen Frächter Karl Kralowetz begonnen. Er ist wegen Verstößen gegen die Sozialgesetze des Landes in 14 Fällen in den Jahren 1998 bis 2000 angeklagt.

Der Unternehmer soll in seiner Luxemburger Firma UCL mit Sitz in Esch Fahrer aus Osteuropa beschäftigt und zu gering entlohnt haben. Außerdem seien die Lenkerzeiten nicht eingehalten worden (derStandard.at/Panorama berichtete). Karl Kralowetz bestreitet die Vorwürfe.

Der Prozess ist vorerst bis Ende nächster Woche angesetzt, das Urteil wird für Ende März oder Anfang April erwartet. Karl Kralowetz dürfte anschließend nach Deutschland abgeschoben werden, wo ihm ein weiteres Verfahren wegen Schleppertätigkeit und Steuerhinterziehung droht.

Gesetze werden verschärft

Wie am Dienstag Abend bekannt wurde, werden die luxemburgischen Gesetze für ausländische Transportunternehmer verschärft: das kündigte Transportminister Luxemburgs, Henri Grethen vom ORF-TV-Magazin "Report" ausgestrahlten Interview an. Luxemburg sei immer ein Land gewesen, das Unternehmen freundlich gesinnt gewesen sei - offenbar zu freundlich.

Zwei konkrete Änderungen skizziert Grethen: Unternehmen, die keine feste Verwaltungsinfrastruktur und technische Infrastruktur in Luxemburg haben, müssen das entweder in einigen Monaten in Ordnung bringen oder ihre Aktivitäten in dem Land abbrechen. Andererseits dürften keine Fahrer mehr beschäftigt werden, die keine in Luxemburg gültige Arbeitsgenehmigung haben und die nicht in Luxemburg sozialversichert sind. (APA)

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