BMW will erstmals mehr als eine Million Autos verkaufen

5. März 2002, 18:54
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Deutscher Autokonzern für heuer "überaus zuversichtlich" - Premiumsegment entwickelt sich weiter überdurchschnittlich

Genf - Der Münchener Automobilkonzern BMW AG legt zum Jahresbeginn weiterhin ein hohes Tempo vor und strebt 2002 erstmals den Absatz von mehr als einer Mill. Fahrzeuge an. "Die BMW Group hat allen Grund, für das Jahr 2002 überaus zuversichtlich zu sein", sagte der scheidende Vorstandschef Joachim Milberg im Vorfeld des Genfer Automobilsalons. Die Nachfrage nach sogenannten Premiumfahrzeugen werde trotz der flauen Branchenkonjunktur "weiterhin klar zunehmen".

In den ersten zwei Monaten lieferte der Münchener Automobilbauer nach eigenen Angaben einschließlich Mini rund 151.000 Fahrzeuge an die Kunden aus, was einem Plus von rund 17 Prozent entspricht. Dem entsprechend strebe BMW im laufenden Jahr den Absatz von erstmals mehr als einer Mill. Einheiten an, verglichen mit 905.600 im Vorjahr, hieß es. Damit hat sich das Unternehmen erstmals öffentlich zu dem Absatzziel bekannt, über das bereits seit geraumer Zeit in den Medien spekuliert wurde. Positiv wird sich dabei insbesondere der Mini bemerkbar machen, dessen Absatz von ca. 25.000 Fahrzeugen im Vorjahr auf über 100.000 Einheiten 2002 gesteigert werden soll.

Mini soll erweitert werden

Nach den Worten von Finanzvorstand Helmut Panke, der Mitte Mai das Amt des Vorstandsvorsitzenden von Milberg übernehmen wird, könnte diese Zahl jedoch auch deutlich höher liegen. Die maximale Kapazität im britischen Oxford liegt den Angaben zufolge bei etwa 130.000 Stück. Derzeit wird laut BMW darüber nachgedacht, wie die Modellpalette des Mini in Zukunft erweitert werden kann. Auch im Hinblick auf das neue Flaggschiff "7er" zeigte sich der Finanzvorstand zuversichtlich. Für heuer stellte er erneut den Verkauf von über 48.000 (Vorjahr: 28.000) Einheiten in Aussicht.

Milberg zeigte sich überzeugt, dass sich das Premiumsegment weiterhin überdurchschnittlich entwickeln werde, während man im Massenmarkt von einer "eher schwachen Entwicklung" ausgehen müsse. Im ersten Halbjahr dürfte nach Einschätzung von BMW die allgemeine Automobilnachfrage eher gedämpft verlaufen, sich aber im Zuge einer konjunkturellen Erholung in den USA in der zweiten Jahreshälfte beleben. Insbesondere hinsichtlich der Entwicklung in den USA demonstrierte das Unternehmen Zuversicht: "Die Verfassung des amerikanischen Automobilmarktes ist wesentlich robuster als von vielen noch zu Jahresbeginn vermutet" betonte Milberg.

Steigerungen in den USA

Unter den gegenwärtigen Bedingungen geht Panke für den derzeit größten Markt der Welt nach Eigenangaben von einem Absatz von in Summe mindestens 16,5 Mill. Einheiten aus. Die Prognosen der Experten liegen momentan zwischen 14 und 17 Mill. Fahrzeugen. In den ersten zwei Monaten konnte BMW die Auslieferungen an die Kunden in Nordamerika gegenüber 2001 um 15 Prozent steigern, während die Konkurrenten teils Absatzrückgänge verzeichneten. Nach Ansicht Pankes wird BMW auf dem US-Markt auch dieses Jahr auf Erfolgskurs bleiben.

Bezüglich des Einstiegs der Volkswagen AG in die Luxusklasse mit dem Modell "Phaeton" gab sich Panke gelassen. Die Erfahrung zeige, dass sich Volumenhersteller mit dem Einstieg in das Premiumsegment eher schwer tun würden. Vorstandsvorsitzender Milberg zeigte sich zudem mit dem Verlauf des vergangenen Jahres sehr zufrieden, das mit Abstand das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte gewesen sei. Neben der Umsatzsteigerung um 7,1 Prozent auf 37,9 Mrd. Euro habe BMW auch eine "kräftige Ergebnisverbesserung" erzielt.

Die Umsatzrendite liege auf HGB-Basis deutlich über sechs Prozent, bekräftigte das Unternehmen. In dem noch von Rover belasteten Vorjahr hatte ein Ergebnis von 1,66 Mrd. Euro eine Rendite von 4,7 Prozent bedeutet. Genaue Zahlen will BMW Anfang kommender Woche im Rahmen der Dividendenmeldung präsentierten.(APA/vwd)

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