Deutsche Telekom tiefrot

5. März 2002, 13:26
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Telekom-Riese erstmals seit dem Börsengang in der Verlustzone - Günstiger Ausblick zu Umsatz und operativer Ertragskraft

Bonn - Erstmals seit ihrem Börsengang vor gut fünf Jahren schreibt die Deutsche Telekom tief rote Zahlen. Nach Steuern kam im Geschäftsjahr 2001 ein Fehlbetrag von 3,5 Mrd. Euro zusammen, der allerdings auch wieder Sonderfaktoren enthält. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Ein Jahr stand unter dem Strich der Telekom-Rechnung noch ein Plus von 5,9 Mrd. Euro. Bereits damals hatten jedoch nur hohe Sondereffekte die Telekom vor dem Abrutsch in die roten Zahlen bewahrt.

Günstiger Ausblick

Gleichwohl sieht der einstige Monopolist günstige Ausblicke: 2001 habe im Zeichen kräftiger Wachstumsraten gestanden. Dies betreffe sowohl den Umsatz wie auch die operative Ertragskraft und die Entwicklung der Kundenzahlen in wichtigen Wachstumsfeldern. Vor allem im Mobilfunk verbesserten sich 2001 die Margen wieder deutlich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - eine Kennziffer für den operativen Ertrag - verdoppelte sich auf 3,1 Mrd. Euro.

Im Gesamtkonzern kletterte das Ebitda, bereinigt um Sondereffekte, um 17 Prozent auf 15,1 Mrd. Euro. Damit sei diese Kennziffer erstmals seit der Liberalisierung des Telekom-Marktes 1998 wieder gesteigert worden. Auch beim Umsatz legte die Telekom kräftig zu: Er erhöhte sich, bedingt durch die Einbeziehung von VoiceStream, um 18 Prozent auf 48,3 Mrd. Euro. Entsprechend zugelegt hat die Telekom auch bei den Beschäftigtenzahlen: Ende 2001 bei arbeiteten 257 000 Menschen im In- und Ausland bei der Telekom, ein Plus von 13 Prozent.

Schuldenberg verringert

Verringert hat die Telekom auch ihren Schuldenberg. Ende 2001 stand das Unternehmen noch mit 62,1 Mrd. Euro bei ihren Geldgebern in der Kreide, gut 3 Mrd. weniger als im September des gleichen Jahres. Bis Ende dieses Jahes will der Konzern seine Verbindlichkeiten auf 50 Mrd. Euro drücken.

Abschreibungen

Neben den unterschiedlichen Sondereffekten in den beiden vergangenen Geschäftsjahren begründete die Telekom das hohe negative Konzernergebnis mit den Abschreibungen auf Firmenwerte, UMTS-Lizenzen sowie mit Zinsaufwendungen. So habe sich die erstmalige Eingliederung der neuen Tochter VoiceStream mit 2,4 Mrd. Euro ergebnismindernd ausgewirkt.

Aktie gibt nach

Bei Analysten sorgten die Zahlen für wenig Überraschung. Schließlich hatte der Konzern bereits Ende vergangenen Jahres den Absturz in die Verlustzone angedeutet. Der Kurs der T-Aktie rutschte nach einem leichtem Plus zum Handelsauftakt ins Minus und lag gegen Mittag bei 16,83 Euro. (APA/dpa)

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