Pentagon korrigiert Zahl getöteter US-Soldaten auf sieben

5. März 2002, 07:17
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Rumsfeld kündigt Fortsetzung der Offensive in Afghanistan an

Washington/Surmad - Das US-Verteidigungsministerium hat die Zahl der getöteten amerikanischen Soldaten auf sieben korrigiert. Sie waren beim Abschuss zweier Hubschrauber im Osten Afghanistans ums Leben gekommen. 40 weitere wurden bei den heftigen Gefechten verletzt. Zuvor war von neun getöteten US-Soldaten die Rede. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld kündigte für die kommenden Tage eine Fortsetzung der Offensive an. US-Präsident George W. Bush erklärte am Abend: "Wir sind nicht als Eroberer nach Afghanistan gegangen, sondern als Befreier."

Bei dem unter Beschuss geratenen Hubschrauber handelt es sich den Informationen zufolge um einen MH-47 "Chinook", der 32 Personen befördern kann. Wie viele an Bord waren, war zunächst nicht bekannt. Der Hubschrauber sei offenbar auf der Suche nach einem getöteten US-Soldaten gewesen. Dieser sei aus einem anderen Hubschrauber gefallen, als dieser unter Beschuss geraten sei, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Washington sagte, die US-Truppen und ihre Verbündeten seien auf hartnäckigen Widerstand der El-Kaida-Kämpfer gestoßen. An der Offensive seien mehr als 1000 US-Soldaten beteiligt. Mehr als 36 US-Soldaten seien verwundet worden, die meisten von ihnen befänden sich bereits wieder im Einsatz, hieß es.

General Tommy Franks, der den US-Afghanistan-Einsatz leitet, sagte: "Auf Grund der Information, die wir erhalten haben, würde ich zu diesem Zeitpunkt sagen, dass zwischen 100 und 200 gegnerischen Kämpfern bei den Gefechten getötet wurden." Der Einsatz sei seit Wochen geplant gewesen. Er laufe unter dem Namen "Operation Anaconda"; benannt nach der Boaschlange, die ihre Beute erwürgt.

Die jüngste Offensive richtet sich gegen die Bergfestung Schahi Kot bei Gardes, wo sich offenbar Taliban- und El-Kaida-Kämpfer zusammengefunden haben und sammeln. Die Alliierten trafen dort auf unerwartet starken Widerstand und mussten sich am Wochenende zeitweise zurückziehen. Die USA setzten auch umstrittene Spezialbomben ein, die den Höhlen Sauerstoff entziehen und so ihre Bewohner ersticken lassen. (APA/Reuters)

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