Indiens Bundesstaat Gujarat

4. März 2002, 20:16
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... wo heute gekämpft wird, wurde einst Gandhi geboren

Neu-Delhi - Gujarat, der Schauplatz der jüngsten Ausschreitungen zwischen Hindus und Moslems, war zuletzt vor einem Jahr in den Schlagzeilen. Damals suchte das schlimmste Erdbeben in der indischen Geschichte den Bundesstaat an der Westküste heim. 50.000 bis 100.000 Menschen kamen ums Leben. Auch zuvor hatte Gujarat schon unter Katastrophen gelitten. 1998 kamen bei einem Zyklon bis zu 10.000 Menschen um, und 1994 war in der Stadt Surat die Pest ausgebrochen, an der 100 Menschen starben.

Bekannt ist Gujarat aber vor allem als Heimat von Mahatma Gandhi. In der Stadt Porbandar wurde der spätere gewaltlose Kämpfer gegen die britischen Kolonialherren 1869 geboren. Hier brach er mit seinem berühmten Salzmarsch 1930 das britische Monopol auf die Salzherstellung - eines seiner friedlichen Protestmittel.

Karte: Archiv

Gujarat ist einer der 35 indischen Bundesstaaten (Unionsstaten) und Territorien. Mit einer Fläche von 196.000 Quadratkilometern ist Gujarat mehr als halb so groß wie Deutschland und hat etwa 50 Millionen Einwohner. Ahmedabad ist mit 3,5 Millionen Einwohnern die größte Stadt.

Gujarat ist ein Unionsstaat mit besonders viel Industrie. Dort liefert ein Atomkraftwerk Strom. Außerdem gibt es Raffinerien, Stahlwerke und eine Gaspipeline, die in Gujarat beginnt. Der Anteil der Menschen, die lesen und schreiben können, liegt in Gujarat mit 70 Prozent etwas höher als der indische Durchschnitt.(APA/dpa)

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