Drogenmafia, Dengue und Schildkröten

5. März 2002, 18:12
posten

Prinz Charles in Brasilien

Rio de Janeiro/London - Prinz Charles (53) hat sich in Brasilien als Kämpfer für soziale und ökologische Projekte präsentiert - und ist dabei mit großem Aufwand vor der Drogenmafia, dem Dengue-Fieber und einer Verschlimmerung seines Rückenleidens beschützt worden. Am Dienstag reiste der britische Thronfolger zum Amazonas-Regenwald. Im Land Tocantins wollte Charles neben einigen Informationsbesuchen eine Flussfahrt unternehmen und ein Programm zum Schutz von Urwald-Schildkröten einweihen.

Am Tag zuvor hatte Charles in Rio de Janeiro von Großbritannien mitfinanzierte Förderprogramme für Kinder in Augenschein genommen. Dabei musste er bei schwüler Abendhitze kilometerlang enge Stiegen steigen und sich von mehr als 200 Polizisten beschützen lassen. Knapp 24 Stunden vor dem Besuch war das von der Drogenmafia beherrschte Viertel Cantagalo, das zwischen den Nobelvierteln Ipanema und Copacabana liegt, Schauplatz einer stundenlangen Schießerei zwischen Polizisten und Drogenhändlern gewesen. Hunderte Slumbewohner protestierten gegen die Polizei, die einen mutmaßlicher Drogenboss erschossen hatte. In der Stadt am Zuckerhut gaben die Behörden den Briten außerdem Insektenschutzmittel gegen eine Epidemie des von Mücken übertragenen Dengue-Fiebers, die in Rio seit Jahresanfang 25 Menschen getötet hat.

Prinz Charles, der von rund 30 Spitzenmanagern begleitet wird, hatte seine Lateinamerika-Reise am Montag in Brasilia begonnen, wo er unter anderem mit Präsident Fernando Cardoso zusammentraf. "Vom Fußball abgesehen, wo ihr Brasilianer die Nummer Eins seid, möchte ich gute bilaterale Beziehungen pflegen", sagte der Prinz. Der Thronfolger war mit eigenem Bett geflogen, weil auf Langstreckenflügen die Erste Klasse von British Airways (BA) für seinen leidenden Rücken offensichtlich einfach zu unbequem ist. Am Dienstagabend stand der Weiterflug nach Mexiko auf dem Programm. (APA)

Share if you care.