Karl Kralowetz in Luxemburg vor Gericht

4. März 2002, 15:54
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Frächter bereits wegen vergleichbarer Delikte vorbestraft

Brüssel - Morgen beginnt in Luxemburg ein Gerichtsverfahren gegen den österreichischen Frächter Karl Kralowetz, dessen Firma UCL den Firmensitz im luxemburgischen Esch sur Alzette hat. Kralowetz werden Verstöße gegen die Sozialgesetzgebung vorgeworfen. 14 Akte seien anhängig, die mit einer Ausnahme auf die Jahre 1998, 1999 und 2000 zurückgehen, erläuterte Oberstaatsanwalt Jean-Paul Frisinger.

Unkorrekte Zahlung und gefälschte Papiere

Konkret werden Kralowetz unter anderem die nicht korrekte Entlohnung von Fahrern nach Kilometern statt nach Stunden, in einzelnen Fällen die Fälschung von Papieren, etwa Urlaubsscheinen und Tachografen, bzw. die Verwendung gefälschter Papiere vorgeworfen. Kralowetz habe sein Unternehmen nicht so organisiert, dass die Fahrer die gesetzlichen Bestimmungen einhalten hätten können, fasste Frisinger zusammen.

Kralowetz sitzt derzeit auf Antrag der deutschen Behörden in Auslieferungshaft. Das habe die Zustellung der Vorladung erheblich erleichtert, stellte Frisinger fest. Der Kralowetz-Prozess sei bereits im Juni 2001 angesetzt gewesen, damals habe die Vorladung aber "aus technischen Gründen" nicht zugestellt werden können.

"Ausbeuterische Schlepperei"

Nach Abschluss des Verfahrens und Verbüßung einer allfälligen Strafe in Luxemburg dürfte Kralowetz nach Deutschland ausgeliefert werden. Da die in Deutschland erhobenen Vorwürfe nicht verjährt sind und Kralowetz kein Luxemburger Staatsbürger sei, stehe seiner Abschiebung nichts entgegen, so Frisinger. In Deutschland werden Kralowetz von der Staatsanwaltschaft München II illegale Beschäftigung, "ausbeuterische Schlepperei", möglicherweise Falschangaben bei Visa-Anträgen sowie Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben vorgeworfen.

Vorstrafe besteht

Kralowetz ist in Luxemburg bereits wegen Vergehen gegen die Sozialgesetze vorbestraft. Das Höchstgericht verurteilte ihn im Jahr 2000 zur Zahlung von 400.000 Franc (etwa 10.000 Euro), weil er zwei Fahrer in Abhängigkeit der gefahrenen Kilometer bezahlt und die richtige Verwendung und Aufbewahrung des Tachographen verabsäumt habe. Abgesehen davon ist Kralowetz 1997 zu einer Gehaltsnachzahlung für ein Monat an einen Fahrer höchstgerichtlich verurteilt worden. (APA)

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