Mädchen machen immer noch viel mehr Hausarbeit als Buben

4. März 2002, 15:08
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Deutsche Studie ergibt leichte Verbesserung der Ungleichbehandlung von Kindern

Hamburg - Mädchen werden immer noch viel stärker zu Hausarbeit herangezogen als Buben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forsa-Instituts im Auftrag des Hamburger Staubsauger-Unternehmens Vorwerk, bei der Frauen und Männer zu ihren Pflichten im elterlichen Haushalt befragt wurden.

Geschlechtsspezifisch und unausgeglichen

So hätten 61 Prozent der befragten Frauen, aber nur 26 Prozent der Männer in jungen Jahren regelmäßig oder häufig beim Putzen geholfen. Auch beim Abwaschen, Abtrocknen, Kochen oder Wäschewaschen bringen Frauen laut der Studie erheblich mehr Erfahrung mit. Allein beim Müllwegbringen liegen die Männer vorn. 71 Prozent der Männer gaben in der Befragung an, als Kinder diese Aufgabe übernommen zu haben. Männer bringen oft auch als Erwachsene den Müll nach draußen.

Tendenz: Je jünger die Männer, umso mehr helfen sie

Die Ungleichbehandlung von Kindern im Haushalt scheint sich aber langsam zu bessern: Je jünger die befragten Männer waren, desto häufiger gaben sie an, sich als Kinder an der Hausarbeit beteiligt zu haben. Trotzdem wurden jüngere Frauen als Kinder im Durchschnitt noch weitaus mehr zur Hausarbeit herangezogen.

Die Mehrzahl der befragten Personen möchte dieses Ungleichgewicht ändern. 88 Prozent der Frauen und 78 Prozent der Männer sind nach den Angaben von Vorwerk der Ansicht, dass Buben und Mädchen die gleichen Aufgaben im Haushalt übernehmen sollten. Dabei fordern die älteren Jahrgänge im Durchschnitt häufiger eine geschlechtsspezifische Aufgabenverteilung. Die jüngeren Befragten sprechen sich eher dafür aus, Buben und Mädchen bei den Pflichten im Haushalt gleich zu behandeln. Befragt wurden 1.003 Frauen und Männer im Alter von 18 bis über 60 Jahren. (APA/AP)

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