Afghanistan-Offensive: US-Blutzoll steigt

5. März 2002, 07:18
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Heftiger Widerstand der El Kaida - Sieben US-Soldaten und "zahlreiche" afghanische Kämpfer getötet - Mission wird trotzdem fortgesetzt

Washington/Gardes - Bei den heftigen Kämpfen im Osten Afghanistans sind nach den Worten von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bisher sieben US-Soldaten getötet worden. Sechs der Opfer seien beim Abschuss eines Militärhubschraubers ums Leben gekommen, sagte Rumsfeld am Montag in Washington. Es handelt sich um die schwersten US-Verluste seit Beginn des Militäreinsatzes in Afghanistan im Oktober. US-Präsident George W. Bush erklärte sein "Bedauern" über den Tod der Soldaten. Zugleich betonte er, sie seien für die "Verteidigung der Freiheit" gefallen.

Erbitterter Widerstand

An der Großoffensive in der ostafghanischen Provinz Paktia nahmen nach Pentagon-Angaben mehr als 1000 Soldaten der USA und ihrer Alliierten sowie afghanische Verbündete teil. Nach Angaben amerikanischer Medien stoßen sie dabei auf den erbittertsten Widerstand seit Beginn des Krieges. Bis zu 2300 El-Kaida- und Taliban-Kämpfer könnten sich nach Angaben örtlicher Kommandanten in den dortigen Bergen verbergen.

Laut Rumsfeld starben bei der Offensive auch "zahlreiche" verbündete afghanische Kämpfer. Die gegnerischen Truppen von El Kaida und Taliban hätten jedoch wesentlich schwerere Verluste hinnehmen müssen und es werde noch "viel mehr" Tote und Getötete geben, betonte der Verteidigungsminister. Der Einsatz in der Region werde fortgesetzt, bis El Kaida und Taliban "sich entweder ergeben oder tot sind". Ein rasches Ende der Gefechte sei nicht in Sicht. Es gebe noch "erhebliche Widerstandsnester". "Sie sind entschlossen, sie sind gefährlich, sie werden sich nicht kampflos ergeben, sie verstecken sich und warten nur auf Gelegenheiten", betonte er mit Blick auf die gegnerischen Truppen. US-Generalstabschef Richard Myers sagte, dass sich noch mehrere Hundert El-Kaida-Kämpfer in Ostafghanistan befänden, sie seien gut eingegraben, gut befestigt und sie hätten "eine Menge Waffen".

Offensive wird fortgesetzt

Trotz Verlusten werde die Operation "Anaconda" fortgesetzt, sagte der Oberbefehlshaber des Afghanistan-Feldzugs, Tommy Franks, am Montag in Florida. "Die Mission: El Kaida und Taliban-Kräfte in der Region zu zerstören", sagte Franks. (APA/Reuters/dpa)

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