Salamander drückt der Schuh

4. März 2002, 14:36
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Erfolge im Kerngeschäft Service

Kornwestheim - Der Dienstleistungs- und Schuhkonzern Salamander will mit seiner traditionellen Schuhsparte 2003 wieder schwarze Zahlen schreiben. Außerdem sei das Unternehmen in dem kränkelnden Geschäftsbereich offen für Beteiligungen von Partnern, sagte Vorstandschef Wolfgang E. Müller am Montag bei der Bilanzvorlage in Kornwestheim. Salamander konnte das Betriebsergebnis im Konzern 2001 um 11,5 Prozent auf 52,5 Mill. Euro steigern, mit Schuhen wurde jedoch ein Verlust in Höhe von 18,8 Mill. Euro gemacht. Der Umsatz der Tochter des Energiekonzerns Energie Baden-Württemberg (EnBW) stieg unter anderem durch Übernahmen auf 1,29 Mrd. Euro. Für 2002 werden wieder zweistellige Zuwachsraten erwartet.

Vom Schuh zum Service

Müller beschwor erneut die Verlagerung des Konzernschwerpunktes vom Schuh zum Service: "Salamander ist inzwischen ein sehr erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen mit angeschlossenen Geschäftsfeldern Schuhe und Industrie". Die Sparte Service erwirtschafte 60 Prozent vom Umsatz und 80 Prozent des Ergebnisses. Mehr als die Hälfte der rund 20.000 Beschäftigten arbeiten für den Gebäudedienstleister GegenbauerBosse, den Salamander im Herbst übernommen hatte. Salamander putzt Großraumbüros, kassiert Parkgebühren und bewacht Atomkraftwerke. Die Tochter APCOA Parking bewirtschaftet rund 550.000 Parkplätze in Europa.

"Quersubventionierungen" auf Dauer nicht geduldet

Dennoch müsse das Schuhgeschäft wieder profitabel werden, betonte Müller. Quersubventionierungen würden auf Dauer nicht geduldet. In der Schuhproduktion in Ungarn seien wegen Kapazitätsanpassungen rund 200 Stellen gestrichen worden, bei der neu aufgebauten Marke Yellomiles, dem Nachfolger von Camel Boots, verlieren 40 von 70 Mitarbeitern ihren Job. Die rund 900 Partnergeschäfte mit Alleinverkauf können Ladenhüter künftig zurückgeben, bei den eigenen Filialen will sich die Salamander AG notfalls von Verlustbringern trennen. Wenn die Lizenzmarke Betty Barclay die Absatzziele nicht erreiche, stehe der Standort in Vinningen (Pfalz) zur Disposition.

Der Geschäftsbereich Schuhe werde in diesem Jahr noch Verluste in einstelliger Millionenhöhe einfahren, für 2003 sei ein Gewinn in ähnlicher Größenordnung angepeilt, sagte Müller. Die Konzernmarken (Salamander, Lurchi, Sioux, Apollo, Yellomiles) sollen nicht einzeln verkauft werden, sondern möglichst gemeinsam an einen europaweit aktiven Interessenten. Offen sei derzeit noch, ob die wertvolle Gesamtmarke Salamander künftig auf den Dienstleistungskonzern übergeht oder ob sich das Traditionsunternehmen nach der Trennung von der Schuhsparte einen neuen Namen suchen muss.

"Kein Chamäleon"

Nach Einschätzung von Branchenkennern ist das letzte Wort über den spektakulären Konzernumbau noch nicht gesprochen. "Ein Salamander ist kein Chamäleon", meint ein Insider. Das Unternehmen stehe vor der Herausforderung, die zugekauften und zum Teil regional tätigen Dienstleister zu einem europaweit aktiven Komplettanbieter zusammenzufügen, um dann Synergien nutzen zu können. Unklar sind auch die Pläne der Mutter EnBW für Salamander. Der Energiekonzern stellt seine Bilanz am Dienstag in Karlsruhe vor. (APA/dpa)

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