Fernsehfilme zielen aufs weibliche Publikum

4. März 2002, 13:52
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Laut Markstudie oft Alternativen zu den männer-orientierten Sportprogrammen

Fernsehfilme sind großenteils Frauensache: Die fünf großen deutschen TV-Sender locken nach einer Untersuchung mit ihren Eigenproduktionen zumeist das weibliche Publikum vor die Bildschirme. Dies gilt vor allem an Sonntagen im ZDF, an Dienstagen bei SAT.1, an Mittwochabenden in der ARD und bei RTL, wie eine am Montag veröffentlichte Auswertung des Marktforschungsinstituts Media Control (Baden-Baden) ergab. Nach Einschätzung von Experten sind diese Filme oft Alternativen zu den männer-orientierten Sportprogrammen und sprechen schon mit ihren Titeln wie zum Beispiel die ARD-Reihe "Lauter tolle Frauen" das weibliche Publikum an.

"Gefühlsbetonte" Melodramen á la Pilcher

Viele Frauen versammeln sich danach sonntags vor den Fernsehgeräten, wenn das ZDF seine gefühlsbetonten Melodramen im Stil von Rosamunde Pilcher ausstrahlt. 19,2 Prozent betrug der Marktanteil beim ZDF-Sonntagsfilm im vergangenen Jahr bei den Frauen, lediglich 11,3 Prozent bei den Männern. Der bevorzugte ARD-Sendeplatz für Eigenproduktionen ist der Mittwochabend. 15,9 Prozent Marktanteil erreichte die TV-Filme im vergangenen Jahr beim weiblichen Publikum, 11,6 beim männlichen. Spitze war der Film "Die Braut meines Freundes" am 10. Jänner, den insgesamt 6,73 Millionen Menschen sahen, 24,3 Prozent der deutschen Frauen und 16,9 Prozent der Männer.

"Frauen-Filme" bei RTL, Sat.1, ProSieben

Auch bei den Privatsendern sind die Geschmäcker ähnlich. Der bevorzugte RTL-Movie-Platz, der sich am Mittwoch mit der Champions- League abwechselt, ist fest in weiblicher Hand. Der durchschnittliche Gesamtmarktanteil der Filme von 14,3 Prozent teilt sich mit 16,2 auf Frauen und 11,4 Prozent auf Männer auf. Bei SAT.1 klaffen die Interessen nicht so stark auseinander: Der Dienstag, der TV-Movie-Tag des Berliner Privatsenders (durchschnittliche Reichweite: 11,8 Prozent), ist unter 13 Prozent der Frauen und 10,3 Prozent der Männer gefragt.

Beim Münchner Sender ProSieben, der seine Eigenproduktionen zurückgeschraubt hat, ist der Trend dank vieler Thriller gegenläufig: Am Donnerstag, dem Tag mit eigenen Filmen, haben Männer mit 8,7 Prozent Marktanteil gegen 7,6 Prozent bei den Frauen leicht die Nase vorn. (APA/dpa)

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