Dichand sieht keinen Kannibalisierungseffekt durch "U-Express"

4. März 2002, 13:39
posten

Trotz Auflagenminus für "Krone" in Wien - Situation "im Moment heikel"

Keine "Kannibalisierung" der "Kronen Zeitung" durch den kostenlosen "U-Express" sieht Hans Dichand. Von seiner "Krone" wurden in Wien laut Österreichischer Auflagenkontrolle (ÖAK) im 4. Quartal 2001 um über 12.000 Stück weniger verkauft. Dass dieser Rückgang der Verkaufsauflage auf seine im März 2001 gestartete Gratis-Zeitung zurückzuführen ist, glaube er aber nicht, wie der "Krone"-Chef gegenüber der APA erklärte.

Konkurrenz abwehren

"Selbst wenn es so wäre, haben wir den 'U-Express' ja gemacht, um Konkurrenz abzuwehren, die es sicher gegeben hätte, wenn wir nicht mit dieser Gratiszeitung herausgekommen wären", betonte Dichand.

Österreichweit hat die "Kronen Zeitung" von Oktober bis Dezember 2001 um fast 23.000 Exemplare weniger verkauft als im 4. Quartal 2000. In Tirol stieg die verkaufte Auflage indes um 3.086 auf 43.213 Stück. Für Dichand bedeutet dies aber "einen eher kleinen Erfolg". Er zeigte sich nach wie vor unzufrieden mit den Auflagenzahlen vor allem in Westösterreich. "Vom Blatttyp der 'Kronen Zeitung' her gesehen müssten wir eigentlich in allen Bundesländern auflagenmäßig die größten sein, auch in Vorarlberg", meinte er. "Dass das nicht der Fall ist, zeigt aber nur, dass wir noch wichtige Aufgaben vorhaben."

Krone für Vorarlberg ...

Schon länger schmiedet Dichand Pläne für eine "Krone"-Ausgabe im Ländle, der Start ließ bisher aber auf sich warten. Dichand ließ er keinen Zeithorizont durchblicken. Weitere Auskünfte in Sachen "Krone" wollte er ebenfalls nicht erteilen: "Ansonsten ist die Situation im Moment so heikel, dass ich nicht darüber reden möchte", betonte er.

Es "kriselt" zwischen Krone und WAZ

Zwischen den "Krone"-Partnern Dichand und WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) soll es Medienberichten zufolge schon länger kriseln. Zuletzt hatte sich WAZ-Chef Erich Schumann an der Kampagne der "Kronen Zeitung" in Sachen Temelin gestoßen. Hans Dichand soll indes einen Rückkauf der "Krone"-Anteile erwägen und dafür auf Investorensuche sein (etat.at berichtete). Seinen Hälfteanteil hatte er vor 13 Jahren um 160 Millionen Euro verkauft. In Branchenkreisen wird die Zeitung auf einen Wert von fast 600 Millionen Euro geschätzt. (APA)

Share if you care.