Männer in Indien rasieren Bärte aus Angst vor Gewalt gegen Moslems

5. März 2002, 14:53
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Religiöse Unruhen forderten bisher 560 Menschenleben - Gemeinsame Demonstration für Frieden

Neu Delhi - Wegen der Unruhen in Indien mit 560 Toten haben Männer ihre Bärte abrasiert, um nicht für Moslems gehalten zu werden. Einwohner des westlichen Bundesstaates Gujarat vermeiden auch, grüne Kleidung zu tragen, da diese Farbe - genau wie die Bärte - als Zeichen für moslemischen Glauben gilt. Das berichtete die Zeitung "Asian Age" am Dienstag.

Die Welle der Gewalt hatte sich vor allem gegen Moslem gerichtet, nachdem 2000 Moslems am vergangenen Mittwoch einen Zug mit Hindus an Bord in Brand gesteckt hatten. Die Gewalt ging nach dem Einsatz der Armee stark zurück. Wegen neuer Berichte über Massenmorde während der vergangenen Tage stieg die Zahl der Toten bis Dienstag auf 560.

Hindus und Moslems demonstrieren für Frieden

Nach den blutigen Unruhen der vergangenen Tage haben Hindus und Moslems am Dienstag in der westindischen Provinz Gujarat gemeinsam für den Frieden demonstriert. Unter starkem Polizeischutz zogen die rund 800 Demonstranten durch die Straßen der Wirtschaftsmetropole Ahmadabad.

Unterdessen ging die Bergung von Opfern der Unruhen der vergangenen Tage weiter.(APA)

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