Bereits zehn Überfälle auf Geldtransporte

4. März 2002, 14:48
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Nach Millionenraub in Deutschland - "Besorgnis erregende" Steigerung seit Euro-Einführung im Jahr 2002

Bad Homburg - Seit Einführung des Euro als Bargeld im Jänner hat es in Deutschland bereits zehn Überfälle auf Geldtransporte gegeben. Der deutsche Bundesverband der Geldtransportunternehmen sprach am Montag im hessischen Bad Homburg von einer "Besorgnis erregenden Entwicklung". 2001 habe es insgesamt 14 Überfälle gegeben.

Größter Bargeldraub Deutschlands

Nach dem Millionenraub in Frankfurt hat es eine Ermittlungspanne gegeben. Im Anschluss an die Durchsuchung des am vergangenen Montag überfallenen Geldtransporters haben Beamte zwei Pistolen im Fahrzeug vergessen. Die Sicherheitsfirma "Securitas" entdeckte die Waffen in dem zurückgegebenen Transporter, wie ein Sprecher des Unternehmens am Montag in Bad Homburg mitteilte.

Beute von 8,6 Millionen Euro

Die Polizei gab die Ermittlungspanne auf Anfrage zu und machte mangelhafte Absprachen zwischen verschiedenen Dienststellen dafür verantwortlich. Ein Gangsterquartett hatte vergangenen Montag beim größten Bargeldraub in der deutschen Kriminalgeschichte den Geldtransporter überfallen und rund 8,6 Millionen Euro erbeutet.

Sowohl der Erkennungsdienst wie auch das Fachkommissariat seien davon ausgegangen, "dass jeweils die anderen die Waffen haben", sagte Polizeisprecher Peter Öhm. Die Panne habe jedoch zu keiner Behinderung von Fahndung oder Ermittlung geführt. Öhm kündigte an, die Polizei werde die Verantwortlichen ausfindig machen.

Nach Angaben der Sicherheitsfirma wurden die Waffen bei eigenen Ermittlungen in dem am Donnerstag von der Spurensicherung freigegebenen Geldtransporter gefunden. Eine Pistole habe unter, die andere "in der Nähe" des Fahrersitzes gelegen. Die Waffen seien nicht in Tüten der Polizei verpackt gewesen.

Der am Freitag an der italienischen Grenze verhaftete Komplize der Frankfurter Millionenräuber ist nach Angaben der Polizei "offensichtlich aussagebereit". Sobald wie möglich sollten Frankfurter Ermittler nach Italien fliegen und den 23-jährigen Italiener befragen, teilte Öhm mit. Die Beamten gehen davon aus, dass es sich bei dem am Grenzübergang Chiasso Verhafteten nicht um einen Mittäter, sondern nur "um einen Boten oder Kurier" der Millionenräuber handelt. (APA/dpa)

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