"Signifikante Ergebnissteigerung 2002"

4. März 2002, 14:00
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Wienerberger-General Reithofer will trotz schwachem Baumarkt Ergebnis steigern - Potenzial bei Spar- maßnahmen und Preisen

Wien - Der börsennotierte Baustoffkonzern Wienerberger AG will heuer wieder mehr als 100 Mill. Euro Betriebsergebnis im Kerngeschäft schreiben. Dies geht aus Aussagen von Wienerberger-Generaldirektor Wolfgang Reithofer am Montag hervor. Trotz der Erwartung einer "signifikanten Ergebnissteigerung" 2002 rechnet Reithofer für die Kernmärkte Deutschland, Österreich, aber auch für die USA und Polen zunächst mit keiner Belebung des Baugeschäfts. Die Ergebnisverbesserungen sollen aus weiteren Sparmaßnahmen und aus Preiserhöhungen im laufenden Jahr kommen.

Nach einem durch außerordentliche Erträge aufgefetteten "Jahr der Ernte" (2000) hat der Ziegelkonzern im vergangenen Jahr einen Einbruch im EBIT auf 65,1 Mill. Euro (vorläufig) im Kerngeschäft hinnehmen müssen. 2003, so die Vorgabe des Wienerberger-Vorstandes, soll das operative Ergebnis von 2000 (147,3 Mill. Euro) übertroffen werden. Heuer solle "mehr als die Hälfte der Differenz (zwischen 2001 und und dem angestrebten Gewinnniveau 2000, Anm.)" wettgemacht werden, sagte Reithofer im Club der Wirtschaftspublizisten in Wien. Konkrete Zahlen für 2002 nannte Reithofer wegen der nach wie vor schwierigen Beurteilung der Märkte nicht.

Wohnbaumarkt weiter unter Druck

In Deutschland, Österreich und die Schweiz, die im vergangenen Jahr dem Konzern Verluste in Höhe von 45 Mill. Euro beschert haben, werde sich der Wohnungsneubau "weiter unter Druck" befinden, auch in den USA, wo knapp ein Fünftel der Ziegelumsätze erwirtschaftet werden, rechnet Wienerberger 2002 mit einem "leichten Marktrückgang".

"Aktives Kostenmanagement"

Das Potenzial für die Ergebnisverbesserung ortet Wienerberger einerseits in einem "aktiven Kostenmanagement", mit dem sich der Konzern heuer in Europa und den USA 30 Mill. Euro ersparen möchte. Andererseits rechnet man damit, Preiserhöhungen durchsetzen zu können. Wienerberger hat in der vergangenen Woche Preiserhöhungen in Deutschland angekündigt. Ob diese am Markt aber tatsächlich durchsetzbar sind, sei aber erst im zweiten Geschäftsquartal zu beurteilen, hieß es.

"Mittelfristig" weitere Expansion in Osteuropa

Während man sich im Flautejahr 2001 Zurückhaltung bei den Investitionen auferlegt hat, befindet sich Wienerberger "mittelfristig" weiter auf Expansionskurs. Neue Werke bzw. Übernahmen könne man sich vor allem in Osteuropa, aber auch in den USA vorstellen, meinte Reithofer. In Westeuropa - also auch in Deutschland - soll nicht mehr systematisch akquiriert werden, Zukäufe bei sich bietenden günstigen Gelegenheiten schließt Wienerberger-General Reithofer aber auch für Westeuropa nicht aus. Generell stehe aber dort die "Marktrestrukturierung" im Vordergrund.

Die für heuer geplante Investitionssumme bezifferte Reithofer aber mit lediglich 150 bis 180 Mill. Euro, "wenn nichts Größeres dazu kommt". Die Summe versteht sich inklusive des Kaufpreises für die vor wenigen Wochen von Hanson erworbenen 23 Ziegelwerke (64,5 Mill.Euro), auch die Investitionen in bestehende Wienerberger-Produktionsstätten sind enthalten. Der Kauf des kontinentalen Hanson-Ziegelgeschäfts muss von der EU-Kommission noch genehmigt werden, Reithofer erwartet die Stellungnahme der Brüsseler Wettbewerbshüter für etwa Ende April. (APA)

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