Nachlese - Kartellprozess: Gates will es wissen

6. März 2002, 21:42
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Softwarekonzern droht "Windows XP" komplett vom Markt zu nehmen

Microsoft will sich in der nächsten Runde des Kartellprozesses mit einer neuen Offensive gegen mögliche Sanktionen behaupten. Der Softwarekonzern will damit drohen, sein neues Betriebssystem "Windows XP" komplett vom Markt zu nehmen, sollten sich die klagenden Staaten durchsetzen, berichtete die "Washington Post" am Montag. Sowohl die Existenz von "Windows XP" als auch "Windows 2000" seien von den möglichen wettbewerbsrechtlichen Sanktionen bedroht.

Mit und ohne

In der nächsten Anhörungsrunde kommende Woche wolle Microsoft argumentieren, dass weder "Windows XP" noch "Windows 2000" umgearbeitet werden könne, berichtete die Zeitung. Sollten sich die klagenden Parteien durchsetzen, sei Microsoft überhaupt nicht mehr in der Lage, neue Systeme zu entwickeln. Die neun klagenden US-Bundesstaaten hatten gefordert, dass die Betriebssysteme in verschiedenen Versionen verfügbar gemacht werden sollen: Mit und ohne Software-Anwendungen wie dem Web-Browser "Internet Explorer".

Enge Verknüfung

Einer der Streitpunkte zwischen den neun weiter klagenden US-Bundesstaaten und dem weltgrößten Softwarekonzern ist die enge Verknüpfung der Betriebssysteme und verschiedener Programme, mit denen Microsoft mit anderen Anbietern konkurriert. Microsoft hatte immer wieder argumentiert, dass eine Entkoppelung des Betriebssystems von Programmen wie dem "Internet Explorer" oder der Online-Telegramm-Software "Instant Messenger" rein technisch gar nicht möglich sei.

Nicht möglich

Die Bundesstaaten halten dagegen, dass eine Separation nicht nur möglich sonder unbedingt erforderlich sei, um weitere Kartellrechtsverletzungen in Zukunft zu unterbinden und den Wettbewerb von Softwareherstellern wieder möglich zu machen.(APA/dpa)

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