Schumi steigt auf die Euphorie-Bremse

4. März 2002, 12:19
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Nach dem Auftakt nach Maß in Melbourne meint der Weltmeister: So wird es nicht weitergehen. Die Konkurrenz übt sich indessen in Durchhalteparolen

Melbourne - Nach Michael Schumachers Spazierfahrt zum Sieg in Melbourne stiegen die Sorgen, in der neuen Saison könnte sich ein ähnliches Solo des viermaligen Weltmeister wie im Vorjahr ereignen. Der Ferrari-Star bremste jedoch übertriebene Euphorie: "Von jetzt an wird es ein viel engerer Kampf. So wie heute wird es nicht die ganze Saison laufen."

Italiens Medien ignorierten solche Warnungen und überschlugen sich vor lauter Begeisterung. "Die Formula Schumi geht weiter", jubelte "L'Unione Sarda". Der "Corriere della Sera" titelte: "Schumi fängt schon wieder an, Fahrstunden zu geben." Laut "La Repubblica" erteilte der Deutsche der Konkurrenz "eine Lehrstunde".

Optimistisches

Die geschlagene Konkurrenz leckt derweil ihre Wunden und hofft auf eine Kehrtwende in 14 Tagen beim Großen Preis von Malaysia. "Das war ein Schlag ins Gesicht für uns alle, zugleich aber auch ein Ansporn", fasste Ralf Schumacher die Schlappe beim Großen Preis von Australien treffend zusammen. BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger versprach: "In Malaysia wird der Abstand kleiner. Ob wir Ferrari dort schon schlagen können, weiß ich nicht. Aber im Verlauf der Saison wird das sicher gelingen." Montoya hoffte auf Hitze, denn "da sehen wir viel besser aus."

Realistisches

Schumacher zeigte trotz seines mit Leichtigkeit heraus gefahrenen Triumphs keinerlei Anzeichen von Überheblichkeit. "Vielleicht haben die anderen Teams noch einiges in petto und können mächtig zulegen. Deshalb bin ich da vorsichtig", sagte der Champion. Der 54-malige Grand-Prix-Sieger verwies auf das Vorjahr, als er die ersten beiden Rennen "ziemlich einfach gewonnen" hatte: "Und in Brasilien sind sie uns schon um die Ohren gefahren."

Klimatisches

Die Rivalen betätigen sich derweil als Wetterfrösche: "Ich hoffe auf Hitze", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Wenn es in Malaysia Monsunregen gibt, sind wir vorn nicht mit dabei." Die kühlen Luft- und Streckentemperaturen um die 17 Grad Celsius kamen Ferraris Bridgestone-Reifen besser entgegen als den Michelin der McLaren-Mercedes und Williams-BMW. (APA/dpa)

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