Tiroler Plansee übernimmt Sinterstahlgruppe

4. März 2002, 11:41
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Automobilzuliefer-Geschäft soll gezielt ausgebaut werden

Innsbruck - Der Tiroler Industriekonzern Plansee in Reutte hat mit Wirkung vom 1. März auch die zweiten 50 Prozent an dem Automobilzulieferer Sinterstahl übernommen. Verkäufer ist die zum "ThyssenKrupp Konzern" gehörende "Thyssen Umformtechnik & Guss GmbH". Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die gesamte Plansee-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2000/2001 ein Umsatzplus von 30 Prozent auf 520 Millionen Euro. Durch Firmenkäufe und Neueinstellungen wuchs der Personalstand auf zuletzt 5.000 Mitarbeiter.

"Als uns die Anteile angeboten wurden, haben wir sofort ja gesagt", erklärte Plansee-Chef Michael Schwarzkopf am Montag laut Tiroler Wirtschaftspressedienst (TWP). Die Total-Übernahme komme der strategischen Ausrichtung der Tiroler sehr entgegen. "Gerade in Wachstumsbranchen wie Automobil und Elektronik wollen wir unsere weltweite Marktposition bei Komponenten aus Hochleistungswerkstoffen stärken", meinte Schwarzkopf.

Gute Auftragslage

Während derzeit die Kfz-Industrie insgesamt unter der Konjunkturflaute leide, verzeichne Sinterstahl nach wie vor eine gute Auftragslage. Laut Schwarzkopf sei dieses pulvermetallurgische Produkt eines der am raschest wachsenden Werkstoffe im Automobilbereich. Die starke Nachfrage lasse sich auch am Umsatz der Plansee-Tochter ablesen, der sich in den letzten sechs Jahren auf 100 Millionen Euro verdoppelt habe.

Die Sinterstahl GmbH wurde 1961 in Füssen im Allgäu als 50:50-Joint-Venture zwischen den damaligen Deutschen Edelstahlwerken und Plansee gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen in Deutschland und in zwei Werken in Spanien 800 Mitarbeiter und ist einer der führenden Anbieter in Europa.

Motor-, Getriebe- und Stoßdämpferteile

Erzeugt werden Motor-, Getriebe- und Stoßdämpferteile, die unter anderem in Modellen der Premiummarken eingesetzt werden. In Zukunft sollen die Marktanteile in den Kernbereichen weiter ausgebaut und neue, innovative Leichtmetallteile etabliert werden. Als Türöffner dafür diene der Rennsportbereich, betonte Schwarzkopf.

Die Zahlen für das am 28. Februar zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2001/2002 will Schwarzkopf Anfang August bekannt geben.(APA)

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