Sri-lankische Regierung bekräftigt Bereitschaft zum Frieden

4. März 2002, 10:15
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Demonstration gegen Waffenruhe mit tamilischen Rebellen

Colombo - Die sri-lankische Regierung hat ihre Entschlossenheit zur Beendigung des seit 18 Jahren andauernden Bürgerkriegs bekräftigt. Ministerpräsident Rani Wickremesinghe sagte am Montag im Parlament, er sei bereit, mit den tamilischen Rebellen Frieden zu schließen. Dies dürfe jedoch nicht auf Kosten der Sicherheit und Souveränität des Landes geschehen. Wickremesinghe hat am 22. Februar eine Waffenruhe mit den Befreiungstigern von Tami Eelam (LTTE) unterzeichnet.

Streitkräfte in ständiger Einsatzbereitschaft

Angesichts der Erfahrungen aus der Vergangenheit sei es verständlich, dass auf beiden Seiten Misstrauen herrsche, sagte der Regierungschef. "Deshalb werden wir das Abkommen zwar weiter umsetzen, aber zugleich unsere Streitkräfte in ständiger Einsatzbereitschaft halten." Vor der Universität von Colombo demonstrierten unterdessen rund 600 Studenten gegen das Waffenstillstandsabkommen. Sie befürchten, dass die Rebellen die Feuerpause zur Wiederbewaffnung nutzen könnten.

Im sri-lankischen Bürgerkrieg wurden seit 1983 mehr als 64.500 Menschen getötet und 1,6 Millionen aus ihrer Heimat vertrieben. Die LTTE fordert einen eigenen Tamilenstaat im Norden und Osten der Insel Ceylon. Die Tamilen fühlen sich von der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit unterdrückt. Die LTTE wurde 1998 nach einem Selbstmordanschlag auf ein buddhistisches Heiligtum verboten, bei dem 26 Menschen ums Leben kamen.(APA/AP)

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