Von den Erfahrungen anderer profitieren

6. März 2002, 00:26
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Die Networking-Plattform „girlsconnect“: Austausch, News und gegenseitige Hilfe rund um Frauen und Beruf

Die Infos in den Foren flitzen nur so hin und her: „Immer wieder keine Hausaufgaben machen – was hilft dagegen?“ fragt eine ratlose Mutter unter „Kind und Karriere“. Und schwupps, hat sie binnen weniger Stunden acht Antworten auf dem Schirm. So wie die Einzelhandelskauffrau, die sich gerade selbstständig macht und sich bei erfahrenen Gründerinnen ein paar Tipps holen möchte – und diese auch prompt bekommt.

Die Networking-Plattform „girlsconnect“ hat sich zum Geheimtipp für an Beruf und Karriere interessierten Frauen aller Altersgruppen entwickelt: Spritzig, übersichtlich und farbenfroh lädt sie kostenlos zur interaktiven Kommunikation mit anderen Frauen quer durch alle Branchen ein. Hier werden Geschäftskontakte geknüpft, Insider-News und Erfahrungen ausgetauscht und in den acht verschiedenen Foren Infos über z.B. Existenzgründung, Kind und Karriere, Finanzen oder den Umgang mit Neuen Medien weitergegeben.

Österreichforum

Seit kurzem hat girlsconnect auch ein eigenes "Österreichforum" in dem die speziellen Belange österreichischer Frauen rund um das Thema Beruf behandelt werden. Die Information reicht dabei von Seminartipps über heimische Beihilfen und Förderungen bis zu Rechtsfragen. Und wie in allen anderen Foren gilt auch hier das Motto: "Give and take".

Fulminanter Start

Nach einem fulminanten Start im Oktober 2001 – gleich am ersten Tag hatten sich über 200 Frauen registriert - zählt die Plattform mittlerweile über 1900 Mitglieder, Tendenz steigend: „Wir haben derzeit eine Wachstumsrate von 1,5 Prozent pro Monat. Dabei hatten wir geglaubt, wir müssten unseren Namen erst branden“, ist Pia Bohlen, eine der beiden Gründerinnen, auf den sofortigen Erfolg stolz.

Die studierte Architektin leitet gemeinsam mit ihrem Mann eine Internet-Agentur in Düsseldorf und sammelte davor jahrelang Erfahrung beim Aufbau des Frauen-Netzwerkes „webgirls“. „Als dieses kostenpflichtig wurde, passte das nicht mehr in mein Konzept und ich entschied mich, ein eigenes Netzwerk zu gründen – für alle Frauen, die mit dem Thema Beruf zu tun haben: von der Wiedereinsteigerin über die junge Frau vor der Berufswahl, bis zu jener, die bereits fest im Berufsleben steht oder umsatteln möchte“, so Bohlen.

Ideale Partnerinnen

In Claudia Hilker, Expertin für Internet-Marketing und E-Learning, fand sie die ideale Partnerin für ihr Vorhaben. Die beiden lernten sich - kurioserweise - ebenfalls in einem virtuellen Netzwerk kennen und begannen, gemeinsam Pläne zu schmieden und in die Tat umzusetzen. „girlsconnect ist kein Zufallsprodukt sondern das Ergebnis jahrelanger Forschung, was Frauen im Internet eigentlich wollen“, sagt Hilker. „Wir wussten, welche Art von Plattform für Frauen bislang fehlte und genau die haben wir nun entwickelt“. Es gebe zwar zahlreiche Web-Angebote für Frauen, aber „die bisherigen Frauenportale haben es nicht geschafft, die Bedürfnisse von Frauen in Communities erfolgreich zusammen zu führen, was zumeist an der Technik oder am Management liegt.“

Angestellt und freiberuflich

Die Mehrzahl der Userinnen von girlsconnect ist berufstätig – 40 Prozent angestellt und 40 Prozent freiberuflich, der Rest teilt sich unter anderem auf Frauen in Ausbildung, Mütter in Karenz und arbeitssuchende Frauen auf. Sehr stark in den Foren vertreten sind Frauen, die in den Bereichen Neue Medien und Internet arbeiten. Die meisten Frauen sind zwischen 30 und 40 Jahren, so Pia Bohlen: „Das sind oft Frauen, die an die Gläserne Decke gestoßen sind, eine Babypause machen oder sich ganz neu orientieren wollen und deshalb Interesse am Austausch mit anderen haben, um sich umzuhören, und Infos zu sammeln.“ Das sei auch die Hauptabsicht von girlsconnect, denn: „Eine alte Weisheit besagt schon, dass wir nicht alle Erfahrungen selbst machen müssen, sondern auch von denen anderer lernen können.“

Derzeit arbeitet das girlsconnect -Team an einem Chat für die Plattform, der im April bereits eröffnet wird. Außerdem wollen Bohlen und Hilker in Zukunft in Kooperation mit anderen Medien auch Content anbieten. Und noch im März startet bereits ein weiteres Projekt: ein mehrwöchiger E-Learning-Workshop für Frauen über richtiges Telefonieren – ein Angebot, das bei guter Nachfrage künftig ausgebaut werden soll.

Isabella Lechner

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