Israelisches Sicherheitskabinett tagt

3. März 2002, 22:36
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Anti-israelische Kundgebungen im Gazastreifen

Gaza/Jerusalem - Hunderte Palästinenser haben am Sonntag im Gazastreifen gegen Israel demonstriert. Im Flüchtlingslager Rafah versammelten sich fast tausend Menschen zur Unterstützung der "Brigaden der El-Aksa-Märtyrer", wie ein AFP-Reporter berichtete. Sie verbrannten israelische Flaggen und riefen anti-israelische Parolen. Der bewaffnete Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yassir Arafat hatte sich zu dem Anschlag in Jerusalem bekannt, bei dem am Samstagabend zehn Menschen getötet wurden.

In Jabalia im Norden des Gazastreifens beteiligten sich Hunderte Menschen auf Aufruf der radikalislamischen Hamas und der Fatah an zwei weiteren anti-israelischen Demonstrationen. Nach palästinensischen Angaben sperrte die israelische Armee am Abend die Hauptverkehrsverbindung von Gaza nach Rafah ab.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon versammelte am Abend sein Sicherheitskabinett, um über mögliche Vergeltungsmaßnahmen gegen die jüngsten Terroranschläge zu beraten. Nach Angaben aus der Regierung wurde keine grundsätzliche Veränderung der israelischen Haltung gegenüber Arafat erwartet. Die Minister könnten sich jedoch auf ein neues Sicherheitskonzept verständigen.

In Jerusalem forderten rund 200 jüdische Siedler Sharon auf, Arafat zu "jagen" und seine palästinensische Autonomiebehörde zu zerschlagen. Zum Gedenken an die jüngsten 21 israelischen Opfer zündeten sie vor Sharons Amtssitz Kerzen an. (APA)

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