Hungerstreik in Guantanamo fortgesetzt

3. März 2002, 22:17
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91 Häftlinge verweigern Frühstück - Sechs werden bereits intravenös mit Flüssigkeit versorgt

Guantanamo - Die Häftlinge auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba haben ihren Hungerstreik auch am Wochenende fortgesetzt. Wie die Gefängnisleitung mitteilte, verweigerten am Sonntag 91 Männer das Frühstück. Sechs Gefangene seien bereits intravenös mit Flüssigkeit versorgt worden, einer von ihnen gegen seinen Willen. Der Hungerstreik der mutmaßlichen Mitglieder von El Kaida und Taliban hatte am Mittwoch begonnen, nachdem Bewacher einem Häftling während des Gebets einen Turban vom Kopf gerissen hatten.

Der Gefängnisleitung zufolge handelt es sich zwar noch nicht um eine systematische Nahrungsverweigerung, doch beteiligten sich bei fast jeder Mahlzeit inzwischen mehr als 75 Häftlinge an der Protestaktion. So hätten am Samstag 85 Gefangene das Frühstück abgelehnt, 73 das Mittagessen und 90 das Abendessen. Die höchste Teilnehmerzahl von 194 habe es beim Mittagessen am vergangenen Donnerstag gegeben. Viele verweigerten allerdings nur sporadisch mal eine Mahlzeit. Von dem harten Kern der rund 75 regelmäßigen Teilnehmer sei gut die Hälfte in einen permanenten Hungerstreik getreten.

"Wir werden bestimmt nicht zulassen, dass sie sich selbst Schaden zufügen oder hungern", sagte Hauptmann Alan Crouch, der Sprecher des Gefangenenlagers. Deshalb habe man mit der intravenösen Flüssigkeitszufuhr begonnen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die Protestaktion verdeutliche das rechtliche Vakuum, in dem sich die Häftlinge in Guantanamo befänden. Die Vereinigten Staaten wurden aufgefordert, ihnen umgehend einen fairen Prozess zu ermöglichen. (APA)

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