"ZiB's" im Zeichen der FPÖ

4. März 2002, 14:30
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ORF-Nachrichten im Februar sind blau gefärbt - Die Daten als Download

Wien/Innsbruck - Wenig Zeit widmen die ORF-Nachrichten derzeit der Opposition: Mehr als 80 Prozent der Berichterstattung in der "ZiB 1" drehten sich im Februar um ÖVP und FPÖ, erhob die Mediawatch für den STANDARD.

"Vom Küniglberg wird blau ins Land gesprochen", fassen die Innsbrucker Medienbeobachter die freiheitliche TV-Präsenz zusammen: Mehr als die Hälfte der O-Töne in der "ZiB 1" ging auf das Konto der FPÖ. Ähnlich präsentiert sich die Situation im Ö1-Mittagsjournal - hier schaffte es der Koalitionspartner auf 50 Prozent der Redezeit. Wortführer in den öffentlich-rechtlichen Radionachrichten: Der neue FP-Infrastrukturminister Mathias Reichhold mit 589 Sprechsekunden, gefolgt von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (503) und Landeshauptmann Jörg Haider (475).

2,5 Stunden für das einfache Parteimitglied

Noch krasser als bei den O-Tönen ist der Vorsprung der FPÖ bei den Nennungen: Beinahe 2,5 Stunden lang wurde in allen "ZiBs" über das einfache Parteimitglied Haider geredet. Die Gerüchte um seinen möglichen Rücktritt machten FP-Klubchef Peter Westenthaler 3330 Sekunden lang zum Thema, Parteichefin Susanne Riess-Passer folgt mit 3129 Sekunden.

Zurückgehalten hat sich im Februar der Bundeskanzler: In den Kategorien Nennungen und Bildpräsenz liegt Wolfgang Schüssel nur auf Rang vier. Meistgezeigter Politiker in allen "ZiBs": wiederum Jörg Haider.

Weniger Sendezeit bei der privaten Konkurrenz

Deutlich weniger Sendezeit als im ORF wurde der FPÖ in den News der privaten Konkurrenz gewidmet: "Nur" 37,7 Prozent aller Wortmeldungen in "ATV-i" entfielen auf die Freiheitlichen; die Opposition kam immerhin auf 42,5 Prozent der Redezeit. (jed/DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 4. März 2002)

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