Anti-Privilegien-Image der FPÖ bröckelt

5. März 2002, 12:28
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STANDARD-Umfrage: Drei Viertel der Befragten vermuten Begünstigungen in der Bundesverwaltung

Linz - Die Diskussion um die Sonderurlaube - ausgelöst durch den Fall des Hauptverbandspräsidenten Herwig Frad - haben die Österreicher für Privilegien sensibilisiert. Drei Viertel der Befragten vermuteten letzte Woche Privilegien in der Bundesverwaltung. "Gleichzeitig ist das Image der FPÖ als Anti-Privilegien-Partei ins Wanken geraten," sagt market-Studienleiter David Pfarrhofer.

Aus der market-Umfrage für den STANDARD geht hervor, dass die früher als Privilegienstadl gescholtenen Kammern im Mittelfeld zu finden sind. Am untersten Ende des Privilegienspektrums: die Landwirtschaft, der vor allem SPÖ-Anhänger Steuerprivilegien vorwerfen. Die Befragten wurden um Einschätzung gebeten: "Gibt es mehr Privilegien als vor drei Jahren?" Das meinen 13 Prozent - dagegen sagen 23 Prozent, dass es weniger Privilegien gebe; 52 Prozent sehen keine Änderung. market fragte, welche Parteien sich besonders gegen Privilegien einsetzen - und welche von Privilegien profitierten:

[] Gegen die SPÖ, 30 Jahre Kanzlerpartei, hegen 35 Prozent Privilegienverdacht; 14 Prozent sagen, dass die SPÖ gegen Privilegien auftrete.
[] Für 27 Prozent gilt die ÖVP als Privilegienpartei, neun Prozent sehen sie als Partei, die gegen Privilegien auftritt.
[] Die Grünen werden mit dem Thema kaum in Bezug gebracht: Bei sieben Prozent stehen sie im Privilegienverdacht, acht Prozent sehen sie als Ant-Privilegien-Kämpfer.
[] Die FPÖ hat immer noch die Nase vorn, wenn es gegen Privilegien geht. 24 Prozent sehen sie in dieser Rolle - 20 Prozent aber meinen, dass sie von Privilegien profitiere. Eine Nachfrage ergibt, dass 58 Prozent glauben, dass die FPÖ versuche, Vorteile für Parteifreunde zu gewinnen. (cs - DER STANDARD, Print, 04.03.2002)

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