Kleiner Handy-Tiger aus Korea zeigt Zähne

3. März 2002, 19:02
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Samsung will bis 2005 zu Nokia aufschließen

Wien - Der südkoreanische Mischkonzern Samsung will mit seiner Handysparte das Feld von hinten aufrollen. Bis Ende 2005 wollen die Koreaner zum Branchenriesen Nokia aufschließen, sagt Stefan Hinterhofer, Marketingleiter von Samsung Electronics Österreich.

Seit Ende des Jahres 2001 ist Samsung nach einer Studie von Strategy Analysts der drittgrößte Handyhersteller der Welt und liegt nun mit 7,2 Prozent hauchdünn vor Siemens und Ericsson. Nokia konnte im vergangenen Jahr die ohnehin starke Spitzenposition mit Marktanteilsgewinnen von 31 auf 36 Prozent ausbauen; der Zweitplazierte, Motorola, hält bei 15 Prozent, nach 12 Prozent im Jahr 2000.

Zehnprozentmarke

Bis zum Ende 2002 soll der Samsung-Marktanteil um ein weiteres Drittel erhöht werden. Das Erreichen der "Zehnprozentmarke" wurde von der Unternehmenszentrale in Seoul als Parole vorgegeben, sagt Hinterhofer. Ebenso wolle man in Österreich aufs Stockerl, wo man allerdings noch auf Rang sieben liegt.

Mit massiven Werbeausgaben (rund 450 Mio. Euro pro Jahr), unter anderem als Hauptsponsor bei den Olympischen Spiele in Salt Lake City, sowie mit Qualitätshandys wollen die Koreaner ihr Billigimage loswerden und das Wachstum beschleunigen. Kostenvorteile gegenüber dem Mitbewerb, wo derzeit nur noch Nokia profitabel produziert, verspricht sich Samsung durch die Eigenfertigung der rund 500 Komponenten eines Handys.

20 neue Modelle

Insgesamt 20 neue Handytypen, unter anderem zwei Geräte mit Farbdisplays, mit denen der Anwender Videos, Internet und E-Mails abrufen kann, sollen heuer für die Zielgruppen Geschäfts-und Privatkunden sowie Technikfreaks auf den Markt kommen.

Geschlechtsspezifische Handy wie das Ladyphone (mit Zykluskalender und Kalorienzähler), wofür "wir massive Kritik in den Medien einstecken mussten", so Hinterhofer, stehen trotz sehr guter Verkaufszahlen vorläufig nicht mehr im Sortiment.

Die ersten multimediafähigen Samsung-Handys für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS sollen erst Anfang 2003 auf den Markt kommen. (Thomas Jäkle, DER STANDARD, Printausgabe 4.3.2002)

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