Jetalliance weitet Flotte aus

3. März 2002, 18:50
posten

Heimischer Bedarfsflieger übernimmt zwei Learjets der Lauda Air in Halterschaft

Wien - Die Jetalliance, die nicht nur in Österreich, sondern europaweit zu den größten Bedarfsflugunternehmen zählt, hat nun zwei Learjets 60 der Lauda Air in Halterschaft samt Personal und Kunden übernommen. Vorweg läuft der Vertrag für ein Jahr, dann wird man weitersehen, heißt es. Jetalliance übernimmt für diese Zeit die laufenden Kosten und die Kapitaltilgung.

Die Lauda Air, die sich voll auf den Charterverkehr innerhalb der AUA-Gruppe konzentriert, hat sich damit vom so genannten Executivgeschäft getrennt. Mit den siebensitzigen Learjets flogen bisher Regierungsmitglieder ebenso zu diversen Terminen wie Businessleute, die unter sich sein wollten.

Management-Buyout

Die Jetalliance Flugbetriebs AG, die auf einen Jahresumsatz von rund 13 Mio. Euro kommt, entstand im Jahr 2000 mittels Management-Buyout der beiden Geschäftsführer Lukas Lichtner-Hoyer und Norbert Winkler aus der zum Stronach-Konzern gehörenden Magna Air.Die Flotte umfasst elf Flieger; 35 Mitarbeiter, davon 30 Piloten, werden beschäftigt.

Während die bisherigen Flieger mit sechs bis sieben bzw. fünf bis neun Sitzen je nach Flieger nur innerhalb Europas einsetzbar waren, haben die neuen Jets der Lauda Air eine größere Reichweite; sie können etwa nonstop von Wien nach Dubai fliegen.

Winkler sagte im STANDARD-Gespräch, dass die Ereignisse des 11. September die Nachfrage nach kleinen, privaten Fliegern verstärkt habe. Gemietet werden die Jets vor allem von Geschäftsleuten, die unter sich sein wollen oder zu Destinationen fliegen, wo es keine Linienverbindung gibt. Es gibt aber auch Firmen, die mieten den Jet für ihre Montagearbeiter, die in der Früh zum Einsatzort geflogen werden und am Abend wieder retour, erzählt Winkler.

Transplantationsflüge

Jetalliance hat aber auch einen Exklusivertrag mit dem Wiener Allgemeinen Krankenhaus für Transplantationsflüge. Hier müsse man 24 Stunden stand-by sein und garantiert innhalb von einer Stunde in der Luft sein. Außerdem hat das Unternehmen einen Vertrag mit der Ärzteflugambulanz, wo der Flieger ebenfalls innerhalb einer Stunde in ein fliegendes Hospital umgewandelt werden könne.

Neben den Lauda-Air-Learjets gehören fünfsitzige Citation bis zu 14-sitzigen Falcon 900 zur Businessflotte. Die Kosten für einen Sitzplatz liegen laut Winkler auf demselben Lavel, wie ein Businessclass-Ticket.

Ein Beispiel: das Ticket Wien-Frankfurt-Wien um 872 EURO. Wenn sieben Personen dorthin müssen, rentiert sich der eigene Jet mit Kosten zwischen 5087 EURO bis 5813 EURO bereits, rechnet Winkler vor. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe 4.3.2002)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.