Flüchtlinge sind willkommen

3. März 2002, 17:11
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Lesben und Schwule marschierten mit deutlich politischem Akzent in Sydney

Sydney - Mit deutlich politischem Akzent fast wie in ihren Gründerjahren hat sich am Samstag die weltgrößte Mardi-Gras-Parade von Schwulen und Lesben in Sydney präsentiert. Kritisch aufs Korn genommen wurden bei dem bunten Spektakel vor allem die (homo)sexualfeindliche Haltung der katholischen Kirche sowie die restriktive Einwanderungspolitik des fünften Kontinents.

So wurde die vierstündige Parade vor rund 300.000 ZuschauerInnen angeführt von einem Wagen in Gestalt einer Kathedrale, in der unverkennbar führende Mitglieder des örtlichen Klerus als Spice Girls verkleidet auftraten. Ein weiterer der insgesamt 130 Wagen stellte das norwegische Container-Schiff "Tampa" dar, dem wegen der 460 Flüchtlinge an Bord im vergangenen Jahr die Einfahrt in die australischen Hoheitsgewässer verweigert worden war. "Flüchtlinge sind hier willkommen, und wir meinen, der Mardi Gras ist der rechte Anlass, dies wieder unmissverständlich ins Bewusstsein zu rücken", erläuterte Laurindo Garcia als Sprecher der OrganisatorInnen.

Die erstmals 1978 als Protest gegen die Diskriminierung von Homosexuellen veranstaltete Parade ist heute eine touristische Hauptattraktion und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Metropole Sydney. Sie leitet ein vierwöchiges Festival mit zahlreichen Events von der Hunde-Show bis zu Film-Vorführungen ein. Der wirtschaftliche Ertrag wird auf über 100 Millionen australische Dollar (52 Millionen US-Dollar/60,1 Millionen Euro) veranschlagt. (APA/dpa)

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