Eis am Südpol

3. März 2002, 16:01
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Erste Bilder von Marssonde Odyssey begeistern Wissenschafter

Washington - Die NASA-Sonde "Mars Odyssey 2001" hat vier Monate nach ihrer Ankunft neue Beweise für die Existenz von Wasser auf dem Roten Planeten erbracht. Erste Auswertungen des Gammastrahlen-Spektrometers zeigten eine große Eisschicht am Südpol des Mars. Wissenschafter der US-Weltraumbehörde zeigten sich bei einer Pressekonferenz am Freitag (Ortszeit) begeistert von den ersten Aufnahmen. Die Sonde hatte erst wenige Tage zuvor ihre Arbeit aufgenommen.

Die Bilder zeigen am Südpol des Mars eine große, leuchtend blaue Fläche. Das sei nicht nur Frost auf der Oberfläche, da gebe es vermutlich viel Eis, sagte der Planetenwissenschaftler Professor William Boynton. "Die Signale, die wir laut und deutlich empfangen, sind, dass es viel Eis auf dem Mars gibt", sagte Boynton.

Frühere Missionen hatten ebenfalls Hinweise auf Wasser gegeben. Die Ergebnisse des Gammastrahlen-Spektrometers werteten Experten jedoch als einen möglichen echten Beweis. Das Instrument kann die Strahlungen verschiedener Elemente klar unterscheiden und identifizierte Wasserstoff am Südpol. Der Nordpol kann zur Zeit wegen der winterbedingten schlechten Sicht nicht ausgewertet werden.

Weitere Höhepunkte der ersten Forschungswoche waren die ersten Nachtaufnahmen des Roten Planeten mit der Infrarot-Spezialkamera Thermal Emission Imaging System (THEMIS). Die Bilder zeigen, wie die unterschiedlichen Strukturen und Materialien auf der Oberfläche die Hitze des Tages speichern und geben damit Hinweise auf die Zusammensetzung des Planeten.

Suche nach Wasser

Die Wissenschafter sprachen von einem ersten flüchtigen Eindruck von dem, was von der Sonde noch zu erwarten sei. Am Samstag war "Mars Odyssey 2001" 130 Tage im Orbit. Die eigentliche wissenschaftliche Arbeit hatte jedoch erst vor einer Woche begonnen.

Die Sonde soll bei ihren Mars-Umrundungen vor allem nach Spuren von Wasser suchen und der Vorbereitung künftiger Missionen dienen. So soll sie zum Beispiel geeignete Landeplätze für zwei Roboter finden helfen, deren Start zum Roten Planeten für das Jahr 2003 geplant ist. (APA)

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