Die "Full time Royals"

3. März 2002, 15:46
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Edward und Sophie wollen sich ganz in den Dienst der Königsfamilie stellen

London - Nach jahrelangen Skandalen um ihre beruflichen Aktivitäten haben Prinz Edward (37), der jüngste Sohn von Königin Elizabeth II., und seine Frau Sophie Wessex (37) ihre Karrieren an den Nagel gehängt. Das seit 1999 verheiratete Paar teilte am Samstag mit, es wolle sich von nun an ganz in den Dienst der Königsfamilie stellen. Britische Sonntagszeitungen spekulierten, der nicht ganz freiwillige Abschied aus dem Berufsleben sei Edward und Sophie durch einen "goldenen Handschlag" erleichtert worden.

Begründung:

Als offizielle Begründung gab Edward an, er und seine Frau wollten die Queen im Jahr ihres 50. Thronjubiläums "unterstützen." Er habe "im Stillen immer gewusst, dass sich die Dinge eines Tages ändern müssten", fügte der Prinz hinzu. "Im Leben geht es um das Erreichen von Zielen, um das Überwinden von Rückschlägen und um die Freude am Erfolg - aber vor allem geht es darum, Spaß zu haben."

Britische Sonntagszeitungen witterten unterdessen einen neuen Skandal:

Für ihre Wandlung zu "full time Royals" sollen Sohn und Schwiegertochter von der Queen angeblich mit einer jährlichen "Ausgleichszahlung" von 250.000 Pfund (402.000 Euro) belohnt werden. Der Buckingham-Palast verweigerte am Sonntag eine Stellungnahme zu den Berichten.

Edward war vom Königshaus in der Vergangenheit immer wieder wegen seiner Verlust reichen Tätigkeit als Direktor der privaten TV- Produktions-Gesellschaft Ardent TV gerügt worden. Als sich ein von ihm beauftragtes Team in die schottische Universität St. Andrews einschlich, um dort den jungen Prinz William (19) heimlich zu filmen, platzte Thronfolger Prinz Charles der Kragen. Edward versprach der Queen, keine Filme mehr über Mitglieder der Königsfamilie zu drehen.

Sophie Rhys-Jones, die Edward im Juni 1999 geheiratet hatte, machte auf andere Weise Schlagzeilen. Sie fiel im April 2001 auf einen als Scheich verkleideten Reporter der "News of the World" herein, der sich als möglicher Kunde ihrer PR-Firma ausgab. Ihre abfälligen Äußerungen über Prinzessin Diana, Prinz Charles, die Queen Mum und sogar Premierminister Tony Blair gerieten zum "Sophiegate"- Skandal. Sophie Wessex zog sich aus dem aktiven Management ihrer Firma RJH zurück. Neue Palast-Regeln legten fest, dass Mitglieder der Königsfamilie ihren Status nicht mit Geschäftsinteressen vermischen dürften.

Nun soll Sophie nach einem Bericht des "Sunday Express" bei öffentlichen Verpflichtungen auch die Lücke füllen, die der Tod von Prinzessin Margaret (71) im Februar hinterlassen hatte. Die 219.000 Pfund, die die Queen ihrer jüngeren Schwester jährlich gezahlt habe, stünden unter anderem zur Verfügung frei.

"Das Gesicht wahren"

Um den Verdienstausfall des Paares, verlorenes Mieteinkommen durch den Abzug von Ardent TV und den Erhalt der großzügigen 50-Zimmer-Villa Bagshot Park (Surrey) zu decken, sollen Edward und Sophie nach einem Bericht des "Sunday Mirror" künftig jährlich insgesamt bis zu 500.000 Pfund von der Queen bekommen.

"Es war schon lange klar, dass die Wessex' ihre Karrieren aufgeben müssen. Dazu wurde eine Lösung ausgehandelt, bei der alle das Gesicht wahren können", sagte ein Hofbeamter dem "Mirror." Auch die "News of the World" meinte: "Sie waren der Königsfamilie ein Dorn im Fleisch. Genug war einfach genug." Das Paar, so berichtete der "Sunday Express", wolle sich nach einer Eileiterschwangerschaft Sophies im vergangenen Dezember nun vermehrt auf den Familiennachwuchs konzentrieren.(APA)

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