Martin Walser findet Reich-Ranicki "beschränkt"

3. März 2002, 14:55
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Literaturkritiker ignorierte Walsers Werk

Hamburg - Der deutsche Schriftsteller Martin Walser ("Ein springender Brunnen", "Finks Krieg") hat Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (81) in einem Interview "Beschränktheit" vorgeworfen. Der 74-Jährige sagte der "Bild am Sonntag": "Dass er keines meiner Bücher in den von ihm diktierten Kanon aufgenommen hat, zeigt, dass auch er seine Grenzen hat, seine Beschränktheit." Allerdings sei dem ehemaligen Kopf der Fernsehsendung "Literarisches Quartett" hoch anzurechnen, dass er "vielen Autoren zu hohen Auflagen verholfen" habe. "Und er hat überhaupt nicht verhindert, dass auch ich hohe Auflagen habe."

Derzeit arbeite er an "einem kleinen Roman, so um die 200 Seiten", sagte der Schriftsteller. Der Erzähler des in München spielenden Romans sei ein Mystikforscher mit dem Namen Michael Landolf, dessen bester Freund unter Mordverdacht verhaftet wird. Während Landolf die Unschuld beweisen will, arbeite ein Kommissar am Beweis der Schuld. "Wenn ich zwei bis drei Jahre pro Roman rechne, habe ich noch Projekte für 80 Jahre", sagte Walser. (APA)

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