Libro-Management klagt Ex-Vorstände auf Schadenersatz

4. März 2002, 16:30
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Rettberg und Knöbl mit Ansprüchen von je 18 Millionen Euro konfrontiert

Wien - Der neue Vorstand des Buch- und Musikhandelsunternehmens Libro hat seine Rechtsanwälte dazu ermächtigt, gegen die beiden Ex-Vorstände Andre Rettberg und Johann Knöbl Schadenersatzansprüche in Höhe von je 18 Mill. Euro einzuklagen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut "Format" hat der neue Libro-Chef Werner Steinbauer den beiden Wiener Wirtschaftsanwälten Georg Kahlig und Gerhard Stauder am 21. Februar die Vollmacht erteilt, das Unternehmen "bei der Feststellung und Verfolgung von Schadenersatzansprüchen gegen den vormaligen Vorstand und den Aufsichtsrat der Gesellschaft als Organe und deren Mitglieder, einschließlich gegen haftende oder regreßpflichtige Dritte, insbesondere auch gegen die AIG Europe S.A., zu vertreten."

Wie "Format" weiter berichtet, hätten die beiden Anwälte bereits einen Tag später den beiden Ex-Libro-Vorständen Andre Rettberg und Johann Knöbl folgenden Brief geschrieben: "Im Zusammenhang mit der vormals eingetretenen Zahlungsunfähigkeit unserer Mandantschaft haben wir mitzuteilen, daß unsere Mandantschaft Schadenersatzansprüche von vorerst Euro 18,000.000,-- gegen Sie geltend macht." Begründung für die höchste, je von einem heimischen Unternehmen gegen eigene Top-Manager eingebrachten Schadenersatzansprüche: "Fahrlässige Gestionierung in Ihrer vormaligen Funktion als Mitglied des Vorstandes."

Auch gegen Ex-Aufsichtsrat

Laut "Format" richtet sich die Vollmacht zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen neben Rettberg und Knöbl auch gegen den gesamten Ex-Aufsichtsrat des Unternehmens - darunter UIAG-Chef und Ex-Aufsichtsratspräsident Kurt Stiassny, Telekom-Marketing-Vorstand Rudolf Fischer, "Krone"-Wirtschaftschef Georg Wailand und BWT-Finanzchef Karl Millauer. Schließlich könnten dem Bericht zufolge demnächst auch den beiden Libro-Wirtschaftsprüfern Auditor und KPMG Schadenersatzklagen ins Haus flattern.

Weil der ehemalige Vorstand und Aufsichtsrat von Libro bei der Europa-Tochter des amerikanischen Versicherungsriesen AIG gegen Ansprüche dieser Art in der Höhe von 7,27 Mill. Euro pro Jahr versichert gewesen sei, ist auch die AIG Europe S.A. laut "Format" Adressat von Schadenersatzansprüchen. (APA)

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